Freizeit

Eine Nacht auf dem Hausboot am Unterbacher See

Das Wetter eher mäßig, dennoch hat auch die Sicht auf so einen dramatischen Himmel von einem Hausboot aus einiges für sich.

Das Wetter eher mäßig, dennoch hat auch die Sicht auf so einen dramatischen Himmel von einem Hausboot aus einiges für sich.

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.  Seit Anfang des Jahres gibt es fünf Hausboote auf dem Unterbacher See in Düsseldorf. Eine Übernachtung auf ihnen lohnt sich.

Leicht schaukelt das Boot auf den kleinen Wellen, eine Gruppe Enten schwimmt in einiger Entfernung gemütlich über den See. Am Horizont gleiten Segler nahezu lautlos über das Wasser, Kinderlachen ertönt. Trotz des kalten, nieseligen Herbstwetters zieht es doch die ein oder anderen Wagemutigen an den Unterbacher See. Und von der Terrasse eines der Hausboote kann man dieses muntere Treiben entspannt bestaunen – ob in Decken eingehüllt draußen oder im lauschigen Inneren, dass durch eine leise-ratternde Standheizung erwärmt wird.

Piktogramme für die Kinder

Fünf Hausboote mit klangvollen Namen wie „Muschel“, „Baum“, „Fisch“, „Schildkröte“ und „Vogel“ wiegen sich auf der Wasseroberfläche. Neben Hausnummern ist ein jedes mit einem zum Namen passenden Piktogramm ausgestattet. „Das haben wir für die Kinder gemacht, wenn sie noch nicht in der Lage sind, die Zahlen zu lesen“, so Peter von Rappard, Geschäftsführer des Zweckverbandes Unterbacher See.

Die lichtdurchfluteten, freundlich eingerichteten Hausboote liegen erst seit April an dem Steg, der vom Campingplatz Nord aus zugänglich ist. Bis zu vier Personen finden auf der gut 8,40 Meter langen sowie drei Meter breiten und hohen Fläche Platz. Auf den Booten gibt es zwei Einzelbetten übereinander, aus einer Sitzecke kann zudem ein gemütliches Doppelbett entstehen mit bester Aussicht auf den See. Zusätzlich bietet das Hausboot eine kleine Küchenzeile mit zwei Elektrokochfeldern, einem Kühlschrank, einer Spüle sowie Geschirr, Töpfe, einer Pfanne und allen Utensilien, die man eben auch in einer „normalen“ Küche vermutet. Ebenfalls auf dem Boot befindet sich ein kleines Badezimmer mit einer Toilette und einem Waschbecken. Eine Duschmöglichkeit gibt es auf dem Hausboot nicht, die gibt’s dafür nur ein paar Meter weiter auf dem Campingplatz, wo Duschen – sowie weitere Toiletten – zur Verfügung stehen.

Strandbad kostenlos nutzbar

Einfach in den Unterbacher See springen ist indes vom Hausboot aus verboten. Denn bei der nahe gelegenen Segelschule – „mittlerweile gehört sie zu den zehn größten“, so vom Rappard – ist immer was los. „Und die Segler achten dann vielleicht nicht immer auf Schwimmer“, so der Geschäftsführer weiter. Daher sind die Strandbäder auch noch einmal gesondert abgetrennt vom restlichen See. Die Schwimmmöglichkeit dort können Hausboot-Gäste kostenlos nutzen, wenn die Strandbäder geöffnet haben.

Bevor es jedoch auf das Boot geht, erfolgt die Anmeldung an der Rezeption. Von dort aus geht ein Mitarbeiter mit dem Gast auf das Hausboot und dort eine Checkliste durch. Gemeinsam werden Löffel, Gabeln, Messer, Teller gezählt – und geprüft ob wirklich alle Einrichtungsgegenstände vorhanden sind oder ob etwas beschafft werden muss. Schließlich soll der Gast auf nichts verzichten müssen.

Zudem besteht die Möglichkeit, Bettzeug zu mieten, falls man selber keins eingepackt hat. Das kostet jedoch zehn Euro pro Person. Die Betten sind einfach, aber bequem und das Einschlafen fällt bei leichtem Wellengang und der Nähe zur Natur doppelt leicht.

Entspannen auf der bootseigenen Terrasse

Ein besonderes Highlight auf dem Boot ist sicherlich die Terrasse. Bei gutem Wetter lässt sich dort in einer geschmackvoll eingerichteten Sitzecke das ein oder andere Gläschen Wein beim Sonnenuntergang trinken – oder man entspannt einfach mit einem guten Buch.

Dass die Gäste gerne die Möglichkeit der Entspannung auf einem der Hausboote nutzen, bestätigen die Buchungen. „An Wochenenden läuft es sehr gut, wir sind da meistens ausgebucht“, so von Rappard. In der Woche gebe es oft Anfragen nach Einzelübernachtungen. Die seien in dem bisherigen Preismodell jedoch noch nicht berücksichtigt worden. Das will man für die nächste Saison mehr einplanen.

Für nächstes Jahr überlegt von Rappard, weitere Hausboote anzuschaffen. „Wir sind da in Gesprächen mit Herstellern und wollen uns auf der Messe Boot umschauen.“ Die neuen Hausboote könnten eventuell etwas größer und edler ausfallen als die jetzigen, die etwas „rustikal“ sind, so von Rappard. Denkbar seien etwa Hausboote mit zwei abgetrennten Schlafzimmern.

Preise für Übernachtungen bis zu vier Personen: Freitag bis Sonntag (Spätabreise bis 18 Uhr): 250 Euro; Freitag bis Montag: 315 Euro; Montag bis Freitag: 395 Euro; Montag bis Sonntag: 600 Euro; Montag bis Montag oder Freitag bis Freitag: 700 Euro; Endreinigung: 45 Euro; Kaution: 200 Euro. Die Hausboote können zwischen Anfang April und Ende Oktober/Anfang November gemietet werden. Mehr Infos und Reservierungen an der Rezeption des Campingplatz Nord, Saison-Telefon: oder per Mail: service@unterbachersee.de

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