Hygiene

Ekel-Toiletten werden für Schule zum Problem

So sauber wie auf dem Bild wünschen sich wohl viele Schüler an der Heinrich-Heine-Gesamtschule die Pausen-Toiletten.

So sauber wie auf dem Bild wünschen sich wohl viele Schüler an der Heinrich-Heine-Gesamtschule die Pausen-Toiletten.

Foto: Michael Korte

Düsseldorf.  Auch an der Heinrich-Heine-Gesamtschule trauen sich Kinder nicht mehr, aufs Klo zu gehen. Die Toiletten bergen die Gefahr von Ansteckungen.

Altbackene Klassenzimmer, kaputte Sportgeräte, schimmelige Gebäude und gammelige Toiletten – das sind nur einige der Punkte, mit denen sanierungsbedürftige Schulen in Düsseldorf zu kämpfen haben. Mit letzterem Problem haben vor allem Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule an der Graf-Recke-Straße 170 zu kämpfen. Den Berichten besorgter Eltern zufolge seien die Zustände so katastrophal, dass manche Kinder sogar auf den Toilettenbesuch verzichten.

Toiletten für Jungen und Mädchen komplett versaut

„Die Schülertoiletten für Jungen und Mädchen sind an der Schule so schmutzig, dass mein Sohn lieber in einer nahegelegenen Gaststätte auf die Toilette geht oder wartet, bis er zuhause ist“, sagt Rosetta Scorpaniti, Mutter eines Fünftklässlers an der Gesamtschule. Gerade im Sommer und in Zeiten ganztägiger Schulbetreuung kann das Toiletten-Problem katastrophale Folgen haben – Schüler trinken weniger, weil sie sich vor den Klos ekeln und können sich dann im Unterricht nicht konzentrieren. Neben Gestank und Schmutz sind es aber vor allem die gesundheitlichen Gefahren wie der Noro-Virus, die bei unhygienischen Toiletten schwerwiegende Folgen haben können.

Klos an der Marien-Grundschule wurden kernsaniert

Zuletzt hatte die Marien-Grundschule am Rheindorfer Weg mit zerstörten und verschmierten WCs zu tun gehabt. Nach einem jüngsten Bericht in der NRZ und Gesprächen mit Politikern soll dort in den Herbstferien nun eine gründliche Sanierung in den Toilettenräumen vorgenommen werden. Die Hoffnung besteht, dass bei neuen Toilettenanlagen die Hemmschwelle zum Vandalismus sinkt.

Auch in der Heinrich-Heine-Gesamtschule wird derzeit nach Lösungen gesucht. Rosetta Scorpaniti zufolge habe die Schule eine Putzfrau beauftragt, die sich des Hygiene-Problems annehmen soll. Doch scheinbar stößt auch die auf ihre Grenzen: „Als wir letzte Woche Dienstag in der Schule waren, sahen die Toiletten widerlich aus – als wir dann aber am Donnerstag da waren hatte sich an der Situation immer noch nichts getan“, berichtet die Mutter. Ihr liegt die Vermutung nahe, dass die Toiletten gar nicht gereinigt würden.

Toiletten werden mittlerweile täglich kontrolliert

Die Schulleitung hält dagegen, dass man sehr wohl auf die Hygiene achte: „Die Toiletten werden nachmittags täglich von einer Reinigungskraft, die von der Stadt bezahlt wird, gereinigt“, sagt Annette Günther, Schulleiterin der Heinrich-Heine-Gesamtschule. Die Schüler-Klos wurden eigentlich erst vor wenigen Jahren von Grund auf saniert – um die Verschmutzung zu verhindern sei das Lehrpersonal aber weitestgehend machtlos. „Wir versuchen schon, durch die Zusammenarbeit mit der Schülervertretung und etwa Plakat-Aktionen ein Umdenken bei den Schülern zu bewirken, so dass es nicht zu Vandalismus kommt“, so Günther.

Doch einzig an die Vernunft pubertierender Jugendlicher zu appellieren scheint vergeudete Liebesmühe: „Wir kontrollieren die Toiletten und versuchen mit Sanktionen entgegen zu wirken, wenn wir etwa mitbekommen, dass Schüler die Toiletten verstopfen“, sagt die Schulleiterin.

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