Sicherheitskontrollen

Entlastung für Sicherheitskräfte am Düsseldorfer Flughafen?

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Auch in den nächsten Tagen und Wochen wird es wohl zu Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen kommen. Foto: Federico Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Auch in den nächsten Tagen und Wochen wird es wohl zu Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen kommen. Foto: Federico Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Federico Gambarini / dpa

Düsseldorf.  Mehr Passagiere, zu wenig Personal? Die Gewerkschaft Verdi kann die Personalpolitik der DWS am Flughafen Düsseldorf nicht nachvollziehen.

Für die Passagiere ist dieser Zustand schlicht unbegreiflich. Bis sie endlich die Sicherheitskontrollen am Flughafen Düsseldorf passiert haben, dauert es oft zwischen 20 und 30 Minuten. Die eingesetzten Kräfte der Sicherheitsfirma DSW sind ganz offensichtlich in zu geringer Zahl eingesetzt, so dass eine lange Schlange bei den Personenkontrollen die Folge ist.

Die Erklärung für diesen Zustand hat laut Özay Tarim eine längere und unerfreuliche (Vor-)Geschichte. Der Vertreter der Gewerkschaft Verdi beschreibt die Situation aus seiner Sicht. „In Etappen wurde Mitarbeitern von DSW gekündigt. Im November hat das begonnen angesichts eines schwachen Passagier-Aufkommens“, beschreibt Tarim. „Das Unternehmen hat das Kündigungsschutzgesetz umgangen, um das Ganze nicht als Massenentlassungsanzeige beim Arbeitsamt melden zu müssen.“ Wenn man dann mehr als 30 Kräften auf einmal kündigt oder innerhalb von 30 Tagen weitere Kündigungen vornimmt, sind diese nicht rechtswirksam. Dieser „Fehler“ ist der DSW laut Tarim offensichtlich zunächst unterlaufen. Trotz erfolgreicher Klagen gegen die Entlassungen sei die Firma in die Berufung gegangen. Danach soll in Etappen 100 Luftfahrtassistenten gekündigt worden sein.

Betriebsbedingte Kündigungen waren nicht möglich

Zudem wirft die Gewerkschaft dem Unternehmen vor, den Mitarbeitern krankheitsbedingt gekündigt zu haben, weil eine betriebsbedingte Kündigung während der Kurzarbeitsphase wegen einer Betriebsvereinbarung nicht möglich gewesen sei. Obwohl der Personalmangel laut Verdi für alle offensichtlich war und die Klagen einliefen, habe das Unternehmen nicht entsprechend reagiert. So habe der Stress und die mehr als knappe Besetzung für eine große Belastung am Arbeitsplatz und einen höheren Krankenstand geführt, so Verdi.

Jetzt fliegen wieder mehr Menschen und die DSW hat eindeutig zu wenig Personal, um dem schnell wieder gestiegenen Passagieraufkommen Herr zu werden, so der Vorwurf von Verdi. Dem Flughafen-Betreiber und der Bundespolizei soll nun versprochen worden sein, dass die DSW eine Ausbildungsoffensive startet, um diese Problem zu lösen. Die Bundespolizei fordert eine gewisse Personalstärke, die offensichtlich derzeit nicht gewährleistet werden kann. Das bedeutet Stau an den Sicherheitskontrollen.

“Ausbildungs-Offensive hilft nicht weiter“

An diesem Donnerstag findet eine Betriebsversammlung statt, um auf die Politik des Unternehmens zu reagieren. „Diese Ausbildungs-Offensive mag schön sein, sie hilft aber nicht“, sagt Özay Tarim. Ironischerweise werden wohl die 100 inzwischen entlassenen Mitarbeiter nicht wieder eingestellt – weil mehr als ein Dutzend Verfahren laufen, wie der Gewerkschaftssprecher erklärte und weil das Unternehmen kaum daran interessiert sei, Mitarbeiter wieder einzustellen, die für die DSW zuvor zu oft (krankheitsbedingt) gefehlt haben. Eine Stellungnahme der DSW haben wir trotz Aufforderung nicht erhalten.

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