Unternehmerinnen

Erkrather Bestattungshaus bietet Kultur

Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

 Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Erkrath. Mit Herz und Seele Bestatterin sein, das konnte sich Tamara Pelleter mit 18 Jahren nicht vorstellen. Heute ist die 42-Jährige eine von zwei starken Frauen im Familienbetrieb Vogelskamp.

Schon ihre Urgroßmutter leitete das Unternehmen, das heute in der fünften Generation besteht. Ihre Mutter Monika Pelleter (65) ist eine geborene Vogelskamp und seit 25 Jahren die Seele des Betriebes. Die Angestellten finden bei ihr immer Gehör für private Probleme.

Seit Generationen gibt es eine klare Arbeitsteilung: Die Frauen beraten die Kunden und die Männer kümmern sich um die Beisetzung. „Familiär ging es bei uns immer schon zu“, so Tochter Pelleter. „Meine Urgroßmutter führte die Beratungsgespräche mit Angehörigen im Wohnzimmer, bei Kaffee und frisch gebackenem Kuchen.“ Aus einigen Kunden sind heute Freunde der alteingesessenen Hochdahler Familie geworden. Monika Pelleter kennt Namen, Wohnort und Kinderzahl vieler Kunden auswendig – auch wenn die betreffende Bestattung schon 30 Jahre zurück liegt.

Aus dem Umgang mit den Angehörigen schöpft Tamara Pelleter Kraft. So kann sie ihre Kunden bei der Trauer begleiten und hat das Gefühl, dass sich ihre Arbeit lohnt.

Den Tod enttabuisieren und die drückende Stimmung rund um das Thema „Beerdigung“ erleichtern, das sind ihre beiden großen Ziele. Das Buch „Ich denke an dich …“ für trauernde Kinder hat sie extra aus Holland bestellt. Mit eingeklebten Fotos und Geschichten wird die gemeinsame Vergangenheit mit dem Verstorbenen noch einmal lebendig.

Die studierte Mediendesignerin engagiert sich seit 1995 im elterlichen Unternehmen. Ein offenes Haus möchte sie schaffen, in dem sich Interessierte mit dem Thema Tod auseinandersetzen können. Dafür stellt sie der Künstlergruppe NeanderArt immer wieder einen ungewöhnlichen Kunstort zur Verfügung.

Ein großer Erfolg sind die Lesungen, die in der Trauerhalle stattfinden. Etwa 30 Leute schmunzelten beim Vortrag des Textes von Alan Bennett „Hand auflegen“. Im Januar sind Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe über den Tod geplant.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik