Kirche

Evangelische Kirche Düsseldorf sucht Antworten

Die Synode mit Martin Fricke (von links), Pfarrerin Elisabeth Schwab (erste Stellvertreterin der Skriba), Superintendent Heinrich Fucks, Pfarrer Ralf Breitkreutz (zweiter Stellvertreter der Skriba) und Skriba Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth. 

Die Synode mit Martin Fricke (von links), Pfarrerin Elisabeth Schwab (erste Stellvertreterin der Skriba), Superintendent Heinrich Fucks, Pfarrer Ralf Breitkreutz (zweiter Stellvertreter der Skriba) und Skriba Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth. 

Foto: Sergej Lepke / Ja

Düsseldorf.  Die Kirchen schrumpfen – auch in Düsseldorf. Der Kirchenkreis sucht nun antworten darauf und will die Bürger dazu genauer befragen.

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Die Evangelische Kirche möchte wieder mehr Mitglieder gewinnen. Aufgrund der rückläufigen Zahl der Gemeindemitglieder, ist der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf gezwungen, sich neu aufzustellen. Gleichzeitig war auch die Frage, wie zukünftig wieder mehr Menschen erreicht werden könnten, Thema auf der Herbsttagung der Kreissynode.

Kirche muss sich neu finden

„Die Zeit ist vorbei, in der etwas Innovationspuderzucker oder aufgeregte Neuformatierung kirchlicher Veranstaltungsformate ausreichend scheinen. Es gilt grundsätzlich zu werden“, erklärte der Superintendent Heinrich Fucks. Die Kirche müsse sich noch einmal neu finden und beantworten können, welche Bedeutung das Evangelium in den Umbrüchen der Gegenwart habe. Helfen soll bei der Sinnfindung ein „Bürgergutachten“.

Zusammen mit der Gesellschaft für Bürgergutachten und Hans J. Lietzmann, Professor an der Bergischen Universität Wuppertal, soll das Gutachten zu den Themen „Religion und Glaube in der Stadt“ entstehen, das auch von Oberbürgermeister Thomas Geisel unterstützt wird.

Ab dem Frühjahr 2020 werden deshalb 200 Bürgerinnen und Bürger befragt. Neben Kirchenmitgliedern, sollen auch Personen befragt werden, die bisher auch durch andere Aktionen oder Veranstaltungen der Kirche nicht erreicht werden. Außerdem gibt es eine geplante Befragung speziell von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Fucks sagt dazu: „Das Bürgergutachten bietet die Chance, die Bedürfnisse von Düsseldorfern und Düsseldorferinnen kennen zu lernen.“ Der Kirchenkreis versucht mittels des Gutachtens herauszufinden, wie Menschen dazu bewegt werden können, sich nicht von der Kirche abzuwenden und wie es gelingen kann, neue Mitglieder zu gewinnen.

Fehlende religiöse Sozialisation

Die Studie „Kirche im Umbruch“ der Evangelischen Kirche in Deutschland kommt zu dem Schluss, dass der Verlust von Kirchenmitgliedern nicht nur auf den demografischen Wandel, sondern auch auf Kirchenaustritte und einer rückläufigen Zahl von Taufen zurückzuführen ist. Der Superintendent stellte deshalb fest: „Mit Taufen allein ist es nicht getan!“

Die Frage sei, wie eine religiöse Sozialisation außerhalb des Elternhauses ermöglicht werden könne, um dem Effekt der Kirchenaustritte junger Menschen entgegenzuwirken. Oftmals fehle es mittlerweile an religiöser Sozialisation von Kindern innerhalb der Familien, so die Kreissynode.

Fridays for Future

Superintendent Heinrich Fucks lobte außerdem auf der Herbsttagung die Bewegung Fridays for Future, der es zu verdanken sei, dass die Klimakrise auf einer bisher noch nie dagewesenen Weise auf der Tagesordnung zu finden sei. „Wir waren einmal mit Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung eine führende Kraft. Aus Gründen, die mir nicht bewusst sind, haben wir es nicht weitergeführt“, so Fucks.

Auf der Tagung der Synode wurde offiziell eine neue Stellvertreterin des Assessors gewählt: Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth wurde nun zur sogenannten Skriba gewählt. Ein Amt, das sie seit Oktober kommissarisch ausübte. Die Vorgängerin Pfarrerin Barbara Schwan wurde zur Superintendentin des Kirchenkreises Krefeld gewählt. Die Skriba leitet auch die Abteilung Seelsorge und ist zudem zweite Stellvertreterin des Superintendenten.

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