Salafismus

Ex-Salafistenführer Lau räumt Fehler ein: „War verblendet“

Das Oberlandesgericht hatte bereits seine Freilassung auf Bewährung damit begründet, dass er sich von seiner ursprünglichen radikal-islamischen Haltung deutlich distanziert habe. (Archivbild)

Das Oberlandesgericht hatte bereits seine Freilassung auf Bewährung damit begründet, dass er sich von seiner ursprünglichen radikal-islamischen Haltung deutlich distanziert habe. (Archivbild)

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Düsseldorf.  Der ehemalige Mönchengladbacher Salafistenführer Sven Lau hat sich vom radikalen Islamismus distanziert. In einem Interview räumt er Fehler ein.

Der einstige Salafistenführer Sven Lau hat nach seiner Haftentlassung Fehler eingeräumt und sich vom radikalen Islamismus distanziert. Das nordrhein-westfälische Innenministerium bestätigte am Donnerstag, dass Lau seit zwei Jahren am Islamismus-Aussteigerprogramm des Ministeriums teilnimmt.

Das Oberlandesgericht hatte bereits seine Freilassung auf Bewährung damit begründet, dass er sich von seiner ursprünglichen radikal-islamischen Haltung deutlich distanziert habe. Lau sagte dem Filmproduzenten Sascha Bisley in einem Interview: „Es gibt viele Sachen, wo ich heute denke: „Krass, wo war dein Verstand?““ Und weiter: „Ich kann mir gar nicht erklären, wie verblendet ich war und wie lange.“

Lau galt als Initiator der „Scharia Polizei“

Er habe „sehr viel Härte und Hass im Gefängnis zu spüren bekommen“, sagte Lau. Währenddessen habe seine Familie draußen viele Probleme gehabt, seine Kinder seien verprügelt worden. „Mich hat das zerschmettert.“ Er habe sich sein eigenes Verhalten lange schön geredet, so Lau, der lange Zeit Galionsfigur der Islamistenszene war und zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Inzwischen gehe er wieder arbeiten.

Lau - damals „Abu Adam“ genannt - galt als Initiator der „Scharia-Polizei“ in Wuppertal. Über das Interview hatte zuerst der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. (dpa)

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