Show

Feiern auf der Grünen Insel

Im Irish Celtic lässt es sich gut feiern.

Im Irish Celtic lässt es sich gut feiern.

Foto: Philippe Fretault

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Hier im „Irish Celtic“ würde man gern ein Guinness trinken. Ein netter Laden ist das, urig. Neben dem Thresen stehen Whiskeyfässer Bauch an Bauch. Darüber: Bilder der irischen Schriftsteller James Joyce und Oscar Wilde. Es gibt eine tolle Liveband mit Dudelsack, Akkordeon, Flöte und Fiddle, also Geige. Und viel Platz zum Feiern. Kein Wunder, dass dem alten Raubein Paddy sein Pub so sehr am Herzen liegt. „Der Pub ist für uns wie eine Kirche“, erklärt er. „Und wir sind sehr religiös.“ Mehr als einen Eindruck von der Grünen Insel gibt’s bis Sonntag im Capitol Theater zu erleben. Die Irish Celtic sind auf Tour und bringen geballte irische Lebensfreude an den Rhein - Reels, Jigs und Hornpipes inklusive.

Die kennt jeder, aber kein Mensch weiß, wie sie heißen, diese Rhythmen der irischen Folkmusik, die aus dem Ohr geradewegs in die Füße rutschen. Und so wird binnen Minuten im Capitol mitgeswingt und mitgestapft. Dazu trägt natürlich das „Battering“ bei, noch so ein Begriff, der das Klappern der Schuhe auf dem Bühnenboden beschreibt. Wenn 16 Tänzer klappern, ergibt das einen Geräuschteppich, den man so schnell nicht wieder vergisst.

Das Ensemble ist großartig, einige der jungen Leute sind bereits in Shows wie „Riverdance“ und „Lord of the Dance“ aufgetreten. Es gibt Step-Dancing, natürlich, aber auch irische Rund- und Paartänze, die von ihrer strengen Choreografie her an Turniertanz erinnern. Gesungen wird auch, Klassiker wie „Whiskey in the Jar“ und das wunderbare „The Wild Rover“, aus dem im Deutschen ungerechterweise der grausige Schunkelsong „An der Nordseeküste“ entstanden ist. Aber dafür können die Iren ja nichts.

Paddy spricht ziemlich gut deutsch. „Kölner sind nicht hier“, beruhigt er die Menschen im Saal, wobei die an diesem völkerverbindenden Abend vermutlich auch mit den ungeliebten Domstädtern getanzt hätten. Denn schließlich geht’s im „Irish Celtic“ um das Miteinander. Um Freiheit. Um die Unabhängigkeit von England, um die irische Geschichte, die in der Musik bis heute lebendig ist. Da wird Platz gemacht für den letzten Tanz an Bord der „Titanic“, und am Ende darf auch die Musik aus „Braveheart“ nicht fehlen - eine Verbeugung vor dem irischen Nationalhelden William Wallace.

Und so hat der Abend nichts mit Folklore zu tun, sondern mit Unterhaltung im besten Sinne. Man müsste mal auf die Grüne Insel fahren. Fürs erste ist das Capitol Theater einfach näher.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben