Klärwerke

Klärwerk-Pumpen in Düsseldorf durch Feuchttücher verstopft

Verstopfte Pumpen und Rohre: Düsseldorfs Stadtentwässerungsbetrieb mahnt: In Toiletten nur normales Toilettenpapier entsorgen. Feuchte Toilettentücher etwa gehören in den Mülleimer.

Verstopfte Pumpen und Rohre: Düsseldorfs Stadtentwässerungsbetrieb mahnt: In Toiletten nur normales Toilettenpapier entsorgen. Feuchte Toilettentücher etwa gehören in den Mülleimer.

Foto: oH

Düsseldorf.   Düsseldorfs Stadtentwässerungsbetrieb stellt immer mehr Schäden in den Kanälen fest. Viele werfen Dinge ins Klo, die dort nicht hingehören.

Eigentlich müsste es jeder wissen: In die Toilette gehören nur Fäkalien und Klopapier. Dennoch werfen manche Menschen alles mögliche ins Klo, vor allem Intim-Textilien wie Binden und Windeln. Dadurch verstopfen dann Rohre und Pumpen in Kläranlagen. Was viele aber nicht wissen: Auch feuchtes Toilettenpapier richtet Schäden an. Sie zersetzen sich im Wasser nämlich nicht so gut wie die trockene Variante.

In Düsseldorf immer öfter Verstopfungen in den Klärwerk-Pumpen

„Die letzten Jahre können wir mehr Verstopfungen in den Rohren und Pumpen der Kläranlagen feststellen“, sagt Birgit Bremmenkamp vom Stadtentwässerungsbetrieb. „Das liegt daran, dass durch Sparen der Wasseranteil sinkt, aber die Feststoffe, die die Menschen in die Toilette werfen, nicht weniger werden.“

Bereits an zwei von 20 Schmutzwasserpumpstationen in der Landeshauptstadt gab es in den vergangenen drei bis vier Jahren Probleme wegen Verstopfungen. Die Wartungsintervalle der zwei betroffenen Stationen wurden deshalb präventiv von vier Wochen auf 14 Tage verkürzt. Derzeit laufen außerdem Versuche mit sogenannten Schneidradpumpen. Der Einzelpreis einer Pumpe beläuft sich auf 8000 bis 10 000 Euro, während eine Standardpumpe 4000 bis 5000 Euro kostet.

Apell: Nur Fäkalien und normales Toilettenpapier durchs Klo spülen!

„Grundsätzlich können wir den Appell an die Leute aussprechen, nur Fäkalien und normales Toilettenpapier runterzuspülen. Alles andere gehört in den Mülleimer“, erklärt Bremmenkamp. Das gelte auch für feuchte Toilettentücher. Auch wenn die Hersteller etwas anderes behaupten. „Spülbar heißt noch lange nicht, dass sich die Feuchttücher auch im Abwasserkanal zersetzen“, sagt Hartmut Solas vom Institut für angewandte Bauforschung Weimar.

Außerdem lässt sich nachweisen: So rosig wie ihr Duft sind die Inhaltsstoffe der Feuchttücher nicht. Die Verbraucherzeitschrift Öko-Test wies 2014 bei einem Labortest in den getesteten Feuchttüchern den krebsverursachenden Stoff Formaldehyd nach. Auch parfümhaltige Duftstoffe können die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen.

Verstopfte Rohre gibt es weltweit in immer mehr Großstädten

Das Phänomen der verstopften Rohre ist weltweit zu beobachten. In Großstädten entsteht schnell mal ein Schaden von mehreren 100 000 Euro pro Jahr. Im Sommer 2013 verstopfte zum Beispiel ein 15 Tonnen schwerer Fettklumpen, der so groß wie ein Bus war, die Londoner Abwasserkanäle.

In Neukirchen-Vluyn und Moers gab es im vergangenen Dezember ebenfalls Ärger mit verstopften Abwasserkanälen. Dagegen wurden Schredder eingesetzt. Diese alleine halfen aber nicht .„Man kann das nicht maschinell lösen. Unsere Mitarbeiter müssen diese Masse mühsam mit den Händen in den Pumpschächten lockern“, sagte damals Hans-Willi Pergens, Sprecher der Stadt Neukirchen-Vluyn.

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