Finanzskandal

Finanzskandal sorgt für Ärger bei Düsseldorfer Orden

Bruder Matthäus, 1. Vorsitzender des Sozialwerkes der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des heiligen Franziskus, steht in der Kritik. Fiftyfifty legt nach den leichtsinnigen Anlagen und dem Verlust von 7,2 Millionen Euro die Zusammenarbeit auf Eis.

Bruder Matthäus, 1. Vorsitzender des Sozialwerkes der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des heiligen Franziskus, steht in der Kritik. Fiftyfifty legt nach den leichtsinnigen Anlagen und dem Verlust von 7,2 Millionen Euro die Zusammenarbeit auf Eis.

Foto: WNM / sergej lepke

Düsseldorf.   Ein Finanzskandal und die Folgen: 7,2 Millionen Euro hatte die Düsseldorfer „Ordensgemeinschaft der armen Brüder des heiligen Franziskus“ bei dem Pleite-Unternehmen „Infinius“ angelegt. Der drohende Millionen-Verlust entzweit nun engagierte Helfer: Die Obdachlosen-Zeitung „Fiftyfifty“ setzte die Zusammenarbeit aus.

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Aufgrund des Finanzskandals um das Sozialwerk der Ordensgemeinschaft „Arme Brüder des Heiligen Franziskus“ hat die Obdachlosen-Zeitung „Fiftyfifty“ die Zusammenarbeit ausgesetzt. Gleichzeitig wurde heftige Kritik geübt am Finanzgebaren des Sozialwerkes.

Das hatte, wie mehrfach berichtet, 7,2 Millionen Euro bei dem hochriskanten und betrügerischen Unternehmen Infinus angelegt und nach der Firmenpleite verloren. Diese Gelder waren die Instandhaltungsrücklage für die beiden Obdachlosen-Heime des ordenseigenen Sozialwerkes und die beiden Altenheime. „Gelder von Fiftyfifty wurden zu keiner Zeit in irgendein Invest angelegt und verspekuliert“, sagte Hubert Ostendorf vom Straßenzeitungs-Projekt Fiftyfifty. „Die von uns akquirierten und zur Verfügung gestellten Gelder sind in die Wohnprojekte für Obdachlose vollständig verbaut worden und bleiben somit erhalten.“

Ärger über hohen Verlust der Vermögensanlage

Trotzdem ist man sauer über den hohen Verlust der Vermögensanlage: „Über die zweifelhafte Anlagestrategie der Ordensgemeinschaft waren wir nicht informiert.“ Informationen habe man erst vergangene Woche kurz vor Presseveröffentlichungen erhalten, ein Einblick in die Bücher wurde nicht gewährt. „Wir vermissen ethische und moralische Kriterien in dem Anlagegebaren der Sozialwerke, Anlagerichtlinien existieren wohl erst gar nicht“, so Ostendorf. „Es ist der Eindruck entstanden, dass das Invest ohne Kenntnis professioneller Anlagestrategien vollzogen wurde und Kontrollinstanzen nicht vorhanden sind oder versagt haben.“ Und weiter: „Es bedarf unseres Erachtens umfassender struktureller und personeller Konsequenzen bei der Ordensgemeinschaft, damit gesichert ist, dass zukünftig Gelder sorgfältig, professionell sowie ethisch und sozial vertretbar angelegt werden.“

Aufgrund des Finanzskandals sei die Auflage der Straßenzeitung bereits gesunken. Ein weiteres Auflagen-Minus würde für Fiftyfifty das Aus bedeuten. Bis zur völligen Aufklärung des Sachverhaltes durch unabhängige Wirtschaftsprüfer und die Staatsanwaltschaft wurde die Zusammenarbeit mit der Ordensgemeinschaft daher jetzt ausgesetzt.

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