Flughafen

Düsseldorf: Firmen auf Personalsuche für Fluggastkontrolle

Das Interesse ist groß an der Übernahme der Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen: Die Firmen DSW und I-Sec suchen bereits Personal.

Das Interesse ist groß an der Übernahme der Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen: Die Firmen DSW und I-Sec suchen bereits Personal.

Foto: Maja Hitij / dpa

Düsseldorf.  Sicherheitsdienstleister wittern lukratives Geschäft bei Fluggastkontrolle in Düsseldorf. Mehrere Firmen wollen Aufgabe am Airport übernehmen.

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Sicherheitsunternehmen erwarten am Düsseldorfer Flughafen offenbar ein lukratives Geschäft. Das Interesse nach der laufenden Neuausschreibung der Fluggastkontrolle ist auf jeden Fall groß. Nach der Firma DSW (Deutscher Schutz- und Wachdienst) wird sich an der Ausschreibung für die Gepäck- und Fluggastkontrolle am größten NRW-Flughafen auch das Unternehmen I-Sec/Deutsche Luftsicherheit an der Ausschreibung beteiligen.

Kötter hatte Vertrag mit Bundespolizei wegen Millionen-Verlusten vorzeitig gekündigt

Wie berichtet, wird von der Bundespolizei die Fluggastkontrolle am Düsseldorfer Flughafen zum 1. Juni 2020 neu vergeben, nach dem das Unternehmen Kötter den Vertrag vorzeitig gekündigt hatte. Der wäre eigentlich bis Ende 2020 gelaufen, doch wegen der enorm hohen und steigenden Kosten wollte Kötter nicht mehr. Das Essener Sicherheitsunternehmer macht mit seiner Flughafen-Tochter, die auch in Köln die Fluggastkontrolle im Auftrag der Bundespolizei übernommen hat, nach eigen Angaben an beiden Flughäfen jährlich Verluste in Millionen-Höhe.

Kötter hatte angekündigt, sich an einer neuen Ausschreibung der Sicherheitskontrollen in Düsseldorf zu beteiligen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Über eine Teilnahme an der Ausschreibung wird offenbar noch nachgedacht.

DSW und I-Sec suchen Personal mit Stellenausschreibungen

Dagegen suchen DSW und auch I-Sec bereits Personal für den Düsseldorfer Flughafen, obwohl sie den Zuschlag noch gar nicht haben. „Wir möchten uns erweitern – und Sie können sich daran beteiligen“, heißt es in einer Stellen-Ausschreibung von I-Sec. Der Sicherheitsdienstleister sucht dabei nicht fertig ausgebildete Luftsicherheitsassistenten, sondern Personen, die ab März in einer acht- bis zehnwöchigen Schulung dazu ausgebildet werden.

Sollte ein neues Unternehmen zum 1. Juni, also während der Hauptreisezeit im Sommer, die Sicherheitskontroll-Aufgabe übernehmen, werden im Rahmen eines Betriebsübergangs die bisher 1100 bei Kötter tätigen Mitarbeiter übernommen. Das vorhandene Personal reicht aber offenbar längst nicht mehr aus, so dass neue Sicherheitsdienstleister, die den Auftrag in Düsseldorf haben möchten, schon jetzt zusätzliches Personal suchen. Die Gewerkschaft Verdi sieht sich damit bestätigt in ihrer Kritik an der Arbeitsüberlastung des Sicherheitspersonals in Düsseldorf. Immer wieder kam und kommt es zu langen Warteschlangen vor den Kontrollstellen, weil das Personal den Passagier-Ansturm nicht mehr schafft.

Verdi fordert, dass die Firmen tarifgebunden bezahlen

DSW und auch I-Sec gehören beide dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) an. Für Verdi dagegen ist nicht wichtig, dass das der künftige Security-Dienstleister in Düsseldorf dem Arbeitgeberverband angehört, sondern dass er tarifgebunden bezahlt.

Mehrere Sicherheitsunternehmen haben bereits Interesse an der Übernahme der Sicherheitskontrolle in Düsseldorf bekundet. Nach Informationen unserer Redaktion haben sich Firmen sogar bei der Gewerkschaft Verdi erkundigt, worauf man sich bei einer Bewerbung einlassen müsse. Dies jedoch habe Verdi abgelehnt: Man sei kein Berater für Arbeitgeberfirma, heißt es aus Verdi-Kreisen. Verdi hatte immer wieder angeblich schlechte Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter der Fluggastkontrolle und Arbeitsüberlastung angeprangert.

I-Sec einer der größten Arbeitgeber am Flughafen Frankfurt

DSW ist bereits Sicherheitsdienstleister am Bremer Flughafen, I-Sec gehört zu den größten Arbeitgebern am Frankfurter Flughafen. I-Sec hatte 2017/2018 als Subunternehmen am Düsseldorfer Flughafen bei Kötter ausgeholfen, als es dort wegen Personalengpasses zu Überlastungen kam.

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