Flüchtlinge machen Garath bunt

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Garath.  In Garath wird momentan eine Wand an der S-Bahn-Unterführung von jungen Flüchtlingen bemalt. Das Bild zeigt den gefährlichen Weg der Jugendlichen aus dem altem Zuhause übers Mittelmeer bis nach Deutschland, sowie deren Hoffnung auf ein besseres Leben in Deutschland.

Beim NRZ-Besuch in Garath waren vier Flüchtlinge an der Wand beschäftigt, sie wurden von zwei Malern der Künstlergruppe MajoBrothers unterstützt. Die Stimmung war gut, das Bild war nicht ganz fertig, hatte aber bereits Struktur – und alle hatten Spaß an der Arbeit. Doch dass nicht alles Gold ist was glänzt, wurde spätestens klar, als Security Kräfte aus dem Auto stiegen. „Wir haben Polizei und Security mit ins Projekt eingebunden, anders war uns das hier direkt am Bahnhof zu heikel“, so Torsten Nagel von den „Falken Düsseldorf“, die das Projekt mit der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative Stay und dem Zakk ins Leben gerufen haben. Kurze Zeit später wurde seine Sorge real: Skeptiker näherten sich der Wand. Zwar verschwanden sie nach kurzer Zeit, trotzdem war Torsten Nagel und Robert Hillmanns vom Zakk ein mulmiges Gefühl anzumerken. Denn die Lage in Garath ist schwierig, von Flüchtlingsgegnern wurden mehrere Flyer verteilt und Aufmärsche gestartet. Doch die Initiatoren wollen dem trotzen. Hillmanns: „Wir haben uns bewusst für Garath entschieden. Das Flüchtlingsheim hier ist umkämpft und wir wollen mit dem Bild ein Statement gegen demonstrierende Republikaner setzen.“ Denn: „Auch in Garath sind Flüchtlinge willkommen.“

„Das Ziel der Aktion ist es die Persönlichkeits-Entwicklung der Jungs zu fördern. Jeder bringt seine eigenen Kompetenzen mit und die wollen wir, durch Aktionen wie diese, bestmöglich fördern“, sagte Hillmanns .

Insgesamt haben zwölf Jugendliche Flüchtlinge an dem Bild mitgearbeitet. Einer von ihnen ist der 16-jährige Syrer Abd Allatef Renno. Er ist seit zwei Jahren in Deutschland, spricht fast fließend Deutsch und besucht ganz normal die Schule. „Graffiti habe ich noch nie gemacht, aber ich male schon immer sehr gerne“, so Abd Allatef. „Es macht Spaß mit meinen Freunden so ein schönes Bild zu malen“, fügt er stolz hinzu.

Nachdem die Wand fertig ist, soll noch eine Straßenbahn bemalt werden. „Wir warten noch auf die endgültige Entscheidung der Rheinbahn, aber die Chancen stehen sehr gut“, so Nagel. Vermutlich wird’s die 701 oder die 706: „Die fährt quer durch die Stadt.“ Den beiden Vertretern war anzumerken, wie wichtig ihnen das Projekt ist: „Wir wollen öffentlich auf das Thema aufmerksam machen, das funktioniert nur durch solche Projekte“, sagten sie abschließend.

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