Flughafen Düsseldorf

Flughafen-Gegner kritisieren Eurowings-Expansion

Eurowings verlagert sich vom Flughafen Köln-Bonn nach Düsseldorf. Das Ärgert hiesige Fluglärmgegner.

Foto: Hans Blossey

Eurowings verlagert sich vom Flughafen Köln-Bonn nach Düsseldorf. Das Ärgert hiesige Fluglärmgegner. Foto: Hans Blossey

Düsseldorf.   Der Flughafen Düsseldorf steuert 2018 auf einen neuen Passagierrekord zu – das passt nicht allen in den Kram.

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Der Düsseldorfer Flughafen steuert auch dieses Jahr wieder auf einen Rekord zu: Durch neue Langstrecken der Condor und vor allem der stark expandierenden Lufthansa-Tochter Eurowings wird erneut eine Steigerung der Passsagierzahlen erwartet – trotz des Ausfalls von Air Berlin und Niki. In nur wenigen Monaten habe man die Pleite der beiden Airlines kompensiert, sagte Flughafen-Chef Thomas Schnalke. Mehr als 25 Millionen startende und landende Fluggäste werden 2018 erwartet. So viel wie noch nie. Vergangenes Jahr waren es 24,6 Millionen.

Im Sommer gibt es an 50 Tagen bereits keine freie Start- oder Landezeiten mehr. „Das zeigt, dass die beantragte Kapazitätserweiterung endlich her muss“, so Schnalke.

Mehr als 40 Eurowings-Flieger in Düsseldorf

Während der Flughafen-Chef und Oberbürgermeister Thomas Geisel über den Erfolg des Düsseldorfer Airports begeistert sind, schimpft die Initiative „Bürger gegen Fluglärm“: „Der Flughafen Düsseldorf wächst nur zulasten von Köln/Bonn!“ Schließlich habe man alle Langstrecken des Lufthansa-Billigablegers Eurowings von Köln abgeworben. Eurowings stationiert alleine sieben Langstrecken-Flugzeuge in Düsseldorf, insgesamt werden es mit Beginn des Sommerflugplanes Ende März in Düsseldorf mehr als 40 Flugzeuge sein, die für Eurowings von Düsseldorf in alle Welt abheben.

Das vom Flughafen ins Feld geführte Argument für die beantragte Kapazitätserweiterung, dass NRW ansonsten Flüge verliere, lässt die Initiative „Bürger gegen Fluglärm“ nicht gelten: „Es geht ausschließlich um die privatwirtschaftlichen Interessen des Flughafens Düsseldorf, wer darunter leidet, ist dem Airportvöllig egal, man lockt an, was man anlocken kann, egal ob Netzwerkcarrier oder Billigflieger, egal ob mit Sozialdumping (Ryanair), egal ob mit Subventionen oder nicht.“ Dabei beziehen sich die Flughafen-Gegner auf das Fachmagazin „Flughafen aktuell“. Dort heißt es zum Thema Eurowings: „Doch in Düsseldorf findet die Airline nicht nur räumliche Voraussetzungen für die Einrichtung eines Hubs vor, sondern profitiert auch noch von erheblichen Subventionen des Flughafens. Düsseldorf lässt sich den Umzug einige Millionen kosten. Beispielsweise erhält Eurowings laut Entgeltordnung pro abfliegenden Passagier nach Übersee 10 Euro. Für jeden Umsteiger gibt es zusätzlich bis zu 6 Euro.“ Der Flughafen bestreitet, im Gegensatz zu anderen Airports Subventionen oder Anlock-Prämien zu zahlen. Er beruft sich auf seine für alle Fluggesellschaften geltende Gebührenordnung: Ausnahmen davon gebe es nicht.

Fluglärm-Gegner drohen mit EU-Behörden

Die „Bürger gegen Fluglärm“ sind bei derartigen Äußerungen misstrauisch: „Wir werden die Subventionspraxis durch EU-Behörden durchleuchten lassen.“ Gleichzeitig werden die Fluggesellschaften angegriffen. Vor allem Eurowings, die zunächst ein Langstrecken-Netz in Köln aufgebaut hatte, sich wiederholt langfristig zum Standort Köln bekannte hatte und nun mit der Langstrecken-Flotte nach Düsseldorf umzieht: „Die Luftverkehrswirtschaft ist sich offenbar nicht zu schade, von einem Flughafen zum anderen zu hüpfen, um ein Maximum an Subventionen abzugreifen. Erst wurden Langstreckenflüge nach Köln/Bonn verlagert, sicherlich auch, um gegen das Hofieren der Golf-Airlines in Düsseldorf zu protestieren, nun lässt man sich allzu gerne zurücklocken.“ gm

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