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Fortuna Düsseldorf blamiert sich mit Werbeplakat

Komma falsch und dann auch noch in Frakturschrift? Das neue Werbeplakat von Fortuna löst Diskussionen aus.

Komma falsch und dann auch noch in Frakturschrift? Das neue Werbeplakat von Fortuna löst Diskussionen aus.

Düsseldorf.   Fortuna Düsseldorf hat seine neue Plakat-Werbung präsentiert. Auf Facebook löst der Verein damit Diskussionen aus - und erntet Spott.

Stolz präsentierte Fortuna Düsseldorf jetzt auf Facebook sein neues Werbeplakat in Zusammenarbeit mit dem Ausstatter Uhlsport. Mit markigen, an Karnevalslieder angelehnten Sprüchen in Frakturschrift soll Werbung für den Fußball-Zweitligisten gemacht werden. „Was sind die Farben, der schönsten Stadt am Rhein“ heißt es dort, inklusive eines Kommafehlers. Dafür erntete Fortuna im sozialen Netzwerk reichlich Spott.

„Frage mich immer wieder: Wie viele Leute haben da drauf geschaut, bis es fertig produziert da steht?“, schreibt Thomas Müller unter das Bild und ist damit Top-Kommentar: „Texter, Grafiker, Kunde, Drucker... Und keiner hat gesehen, dass das Komma falsch ist?“ Denise Grunert fragt ebenfalls spitzbübisch nach: „Entschuldigt, aber ist das Komma an der Stelle wirklich nötig? Oder gar... sinnvoll?“

Fortuna wird Plakat nicht austauschen

Fortuna-Sprecher Kai Niemann verweist in Sachen Komma-Setzung auf einen Fehler in der Druckerei: "Es gab eine korrigierte Version für das Plakat, die der Druckerei zugeschickt wurde. Jedoch wurde dort die alte Version produziert", sagte Niemann am Donnerstag auf Anfrage.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Schriftart „Fraktur“. Ihre letzte große Renaissance erlebte dieser Stil im dritten Reich, die Assoziation mit dieser Zeit halten einige Fortuna-Fans für unglücklich. „Gruselig. Erinnert vom Schrifttyp her an die Nazizeit und das im zeitlichen Zusammenhang zum Jahrestag der Pogromnacht“, kritisierte etwa Markus Krahn. Bis heute ist diese Schriftart im Alltag vorzufinden. Etwa in der Werbung oder auf Straßenschildern. Fortuna nahm in der Kommentarspalte des Facebook-Beitrags dazu Stellung und erklärte: „Die traditionelle Schrift leitet sich von den Düsseldorfer Karnevalsliederbüchern ‘Schellenklänge’ sowie den Altbierbrauereien ab.“

Das Plakat steht an mehreren Stellen in der Stadt, unter anderem am Mörsenbroicher Ei und an der Zufahrt zur Arena. Auch wenn es unangenehmerweise nun für Diskussionen sorgt: "Das Plakat wird nicht ersetzt", sagt Fortuna-Sprecher Niemann. Es werde ohnehin nur einige Tage gezeigt. "Die Kosten für eine Austausch wären einfach zu hoch."

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