Kultur

Forum Freies Theater in Düsseldorf feiert 20. Geburtstag

Katrin Tiedemann leitet seit 2004 das Forum Freies Theater. Jetzt managt sie einen weiteren Sprung nach vorn: den Umzug ans KAP1

Katrin Tiedemann leitet seit 2004 das Forum Freies Theater. Jetzt managt sie einen weiteren Sprung nach vorn: den Umzug ans KAP1

Foto: Foto: Andreas Endermann

Düsseldorf.  Leiterin Katrin Tiedemann feiert mit der renommierten Bühne für die Freie Szene den 20. Geburtstag – und zieht mit dem Theater um.

Eine beschlipste Herrenriege ist vor Ort. Es sind OB Thomas Geisel, Hans-Heinrich Große-Brockhoff, ehemaliger Kulturdezernent, Hans-Georg Lohe, schaltend waltender Kulturdezernent. Das zeigt: Nachdenkwürdiges geschieht im Theatersaal des Forum Freies Theater (FFT) an der Jahnstraße. Es gilt an diesem Spätsommerabend mit den Gästen aus der Freien Szene, Wegbegleitern und weiteren Honorationen bei Fassbier, Häppchen und wallenden Worten den 20. Geburtstag der renommierten Bühne für die Freie Szene zu feiern. Die öffnete am 9. 9. 1999 zum ersten Mal ihre Türen, nach Umbaustress, Asbestentsorgung und weiteren Unwägbarkeiten.

FFT ist eine Herzensangelegenheit

Jetzt, genau 20 Jahre später, galt es, auf die breiten Schultern zu klopfen, die so viel getragen haben, damit die damals ungewöhnliche Konzeption erfolgreich wird. Die Gäste sitzen auf den Stühlen, die seinerzeit aus der Konkursmasse der ehemaligen Kammerspiele ersteigert wurden. Sie hören, wie der Oberbürgermeister zufrieden darüber spricht, dass in diesem Fall die Freie Szene von ihrer Selbstausbeutung weg zu einer zuverlässigen Finanzierung durch Stadt, Land und Bund gekommen sei. Seit 2004 ist Theaterchefin Katrin Tiedemann dafür verantwortlich. Die Zuhörer erfahren auch, wie sehr das FFT eine Herzensangelegenheit der Kulturamtsleiterin Marianne Schirge war und ist. Schirge gehört dem Verein des FFT an.

Die Erinnerungen an das Generationen übergreifend arbeitende Haus sind vielfältig. Sei es an den ersten Theaterleiter Niels Ewerbeck, der sich gegen Mitbewerber wie den Regisseur und Schauspieler Peter Kern durchsetzte. Da sind die vielen persönlichen Sprints längs der Kö, wenn man vor dem FFT-Juta im Wilhelm-Marx-Haus stand, die Vorstellung aber in den FFT-Kammerspielen an der Jahnstraße über die Bühne ging. Sei es, weil 2006 dort mit dem Stück „Barfuss durch Hiroshima“ von Half Past Selber Schuld eine nachhaltig beeindruckende Premiere zu sehen war. Oder sei es, weil vor 18 Jahren eine Praktikantin nach einer Vorstellung Mathieu Carrière Blumen überreichen sollte, aber zum Amüsement des Schauspielers nur mäßig elegant die Bühne erklomm. Den Treppenaufgang an der Seite hatte sie übersehen.

Freude über Umzug in den neuen Standort

Zwei Bühnen unter einem Hut war vor dem zeitintensiven Schauspielhaus-Umbau für Düsseldorfer mehr als ungewöhnlich. Zustande kam dieses Konstrukt durch die Aufgabe des Theaterhauses an der Prinz-Georg-Straße, welches heute die Jugendmusikschule beherbergt. Zeitgleich gefiel das künstlerische Profil des JuTa (Junges Theater in der Altstadt) unter der Leitung von Ernest Martin nicht mehr so recht. Zu der Zeit übte Dieter Nuhr dort seine ersten Bühnenschritte, noch als VEV-Kabarett mit Frank Küster.

Auch Manes Meckenstock fand dort die weltbedeutenden Bretter für seine Auftritte. Aus diesem „aus drei mach zwei“ wird nun eins. Die Theatermacher freuen sich auf ihren Umzug in den neuen Standort im KAP1 am Hauptbahnhof.

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