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Frauenfußball in Düsseldorf: Politik macht zu wenig

Torjubel bei der WM in Frankreich: Giulia Gwinn schoss im ersten Spiel gegen China das Siegtor für die deutsche Nationalmannschaft.

Torjubel bei der WM in Frankreich: Giulia Gwinn schoss im ersten Spiel gegen China das Siegtor für die deutsche Nationalmannschaft.

Foto: Foto: David Vincent / dpa

Düsseldorf.   Mädchenfußball boomt schon lange, nicht nur zur Fußball-WM. Dennoch werde der Sport in Düsseldorf noch nicht genug gefördert, sagen Vereine.

Vergangenen Freitag startete in Frankreich die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Mit dabei ist auch die deutsche Elf. Ihre Spiele – und einige andere – werden bei den öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen, Frauenfußball wird gehypt und gefeiert. Dabei wird der Sport außerhalb von Welt- und Europameisterschaften recht stiefmütterlich behandelt. In Düsseldorf fördern nur einige wenige Vereine aktiv und beharrlich Frauenfußball.

TuSA bekommt Gleichstellungspreis der Stadt

Absolute Nummer eins bei der Förderung ist die DJK TuSA 06, die dafür unlängst den Gleichstellungspreis der Stadt bekommen hat. Seit Herbst 2018 gibt’s zudem auf dem Gelände des Vereins ein eigenes Leistungszentrum für Frauen- und Mädchenfußball. Mehr als 130 Frauen und Mädchen spielen aktiv für den Verein. „Die Nachfrage ist riesig“, so die 1. Vorsitzende Ute Groth. Dennoch ist sie verärgert über die Situation des Sports in der Stadt. „Im Februar 2018 gab es eine Sitzung im Rathaus zur Förderung. Seitdem ist nichts passiert“, so Groth.

Die drei Vereine, die sich für den Frauenfußball stark machen – neben TuSA noch der CfR Linksrheinisch 1919 und der TSV Urdenbach (bald will noch der SV Wersten nach legen) – haben „umfangreiche Konzepte geschrieben, was man alles machen kann“, so Groth. Aber es komme einfach nichts zurück.

Zuschüsse für zusätzliche Übungsleiter

Inhalt der Konzepte war unter anderem, dass „Mädchen in Schulen oder sogar schon im Kindergarten abgeholt werden“ sollen, um sie für den Sport zu begeistern. Dazu müsse es allerdings auch zusätzliche Übungsleiter geben. „Wenn es dafür Zuschüsse gebe, wäre das toll“, so Groth. Auch andere Trainingsstätten würden dann benötigt. „Auf das Universitätsgelände zu gehen, wäre eine Möglichkeit.“

Dass der Sport noch so „stiefmütterlich“ behandelt wird, merkt auch CfR-Geschäftsführer Klaus Wynants. Dort spielen in der Jugendabteilung 75 Mädchen (U9 bis U11: 30 Kinder; U13: 15 Kinder; U17: 30 Kinder), bei den Senioren 43. Auch er moniert, dass die Politik „nicht aus den Puschen“ komme. „Man spürt da keine Priorität.“

Kritik am Nachwuchs-Leistungszentrum der Fortuna

Bei der Fortuna hingegen wurde erst im Februar diesen Jahres der sieben Millionen teure Neubau des Nachwuchs-Leistungszentrums (NLZ) eröffnet. Die Stadt hatte das Projekt mit 1,9 Millionen Euro bezuschusst. Vor allem die Linkspartei kritisierte immer wieder, dass der Verein jedoch zu wenig in den Mädchen- und Frauenfußball investiere.

Klaus Wynants findet, dass das NLZ der Fortuna „durchaus gut werden kann“. Allerdings versteht er nicht, warum Mädchen und Frauen zur Fortuna gehen sollen, wenn die Vereine in den Stadtteilen ebenfalls gute Anlagen haben. „Da hat die Stadt wirklich viel gemacht“, so Wynant. Auch Groth hält den Zuschuss für Fortuna für einen „Witz“.

Auch bei der Linkspartei übt man m weiter Kritik an Fortuna. „Sie machen nicht das, was angedacht war – Frauen auf hohem Niveau zu fördern“, so Udo Bonn, Kreissprecher der Linken in Düsseldorf. Vielmehr halte man die Finanzen für die 1. Bundesliga der Männer zusammen.

Bei Fortuna beruft man sich allerdings dennoch auf „starkes Engagement für den Düsseldorfer Frauenfußball“, so Sprecher Thomas Gassmann. „Wir bieten unter anderem an zwei Tagen in der Woche Fördertraining an und führen auf der Anlage des NLZ Kreisauswahlmaßnahmen für Frauenmannschaften durch.“ Trainer der Fortuna arbeiten mit Mädchen und Frauenteams der U11 bis U17 zusammen, so der Sprecher weiter. Eine eigene Frauenmannschaft zu betreiben sei aufgrund der wenigen Plätze aber leider noch nicht möglich.

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