Soziales

Geben und Teilen statt

Das Foto zeigt die Initiatoren des Projektes Give Box in Flingern. Foto: Kai Kitschenberg/ WAZ FotoPool

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Düsseldorf.Katja sagt es mit Nachdruck und Überzeugung: „In Düsseldorf als reicher Stadt ist es ganz wichtig, das sowas passiert! Hier wird so viel weggeworfen!“ Gebrauchte Kleider, Jacken, Anzüge, die Kaffeemaschine, die noch funktioniert, aber einer neuen weichen muss - sie sollen demnächst in einer „Givebox“ auf einem Platz stehen, damit Menschen, die wenig Geld haben, sie dort abholen können. Ganz umsonst und ohne kommerzielle Interessen, betont Silke, die das Modell des Geschenk-Schranks in Berlin entdeckte und für die Idee des Teilens in nur zwei Wochen mehr als 600 Mitstreiter fand.

200 Euro für den Bau

Das soziale Netzwerk Facebook macht in diesem Fall seinem Beinamen „sozial“ alle Ehre: Organisation und Kontakt liefen zunächst darüber. Am 11. September stellte Silke die Idee und die Seite in Facebook vor. Wenige Tage später startete eine Sammlung für den Bau einer hölzernen Givebox in Düsseldorf - „in nur drei Tagen hatten wir 200 Euro zusammen“, freut sich die Initiatorin.

„Es schafft Nachbarschaft“

Dann ist es soweit: Elf Frauen und Männer zwischen Anfang 20 und Anfang 40 treffen sich in einem Restaurant in Flingern. Silke bringt eine Bauanleitung für die Givebox aus Berlin mit. „Die kann ich bauen“, sagt Elektromechaniker Kevin sofort, Shari stimmt zu, kann ein großes Auto beisteuern. Die beiden können auch zum Baumarkt fahren und das Material einkaufen für die Kiste. Die soll zwei Meter hoch, 1,20 Meter breit und ebenso tief werden, mit Kleiderstange innen und Regalbrettern. Übernächstes Wochenende soll sie fertig sein.

„So eine Givebox schafft Nachbarschaft“, betonen Katja und Silke, „und sie schafft einen Gegenpol zum Konsum.“ Was noch etwas taugt, braucht nicht weg geworfen zu werden, es kann armen Menschen nützen. Es ist die Idee des Teilens, die sie fasziniert, fernab politischer Ideologie - „wir wollen hier keine Politiker!“ sagt Christiane streng. „Teilen ist das neue Shoppen“, zitiert Silke lachend eine Internetseite.

Wenn der Geschenk-Schrank fertig ist, solle er für jeden frei zugänglich sein. „In Berlin funktioniert das prima“, sagt Silke, und Katja ergänzt: „Da hat eine Nachbarin mal die gebrauchten Blusen und Hemden gewaschen und wieder rein gehängt.“ Nachbarn sollen eben mal vorbeischauen an der Box, sich kümmern. „Ein Gästebuch legen wir auch aus.“

Eva hat ein Logo entworfen, das auf der Box prangen soll, außerdem wollen sie mit Flyern die Nachbarn in Flingern auf die erste „Givebox“ aufmerksam machen. Damit die auch Geräte aus dem Haushalt, die sie nicht mehr brauchen, Jacken, Hemden Blusen und mehr - „und auch Kinderspielzeug“, fällt Katja ein - in den öffentlichen Schrank hängen.

Sie wollen nicht im Mittelpunkt stehen, nur ihre Vornamen nennen, die Idee ist wichtiger. Aber sie wollen auch nicht allein bleiben: „Nachahmer sind gewünscht“, lacht Silke, „eigentlich wollen wir in jedem Stadtteil eine Givebox sehen!“ Und lachend entwickeln alle durcheinander redend eine Idee: Eine Givebox an der Kö.

Wer’s nachmachen will: Im Facebook unter Givebox.

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