Genehmigung - ja oder nein?

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Langenfeld. Wird er genehmigt oder nicht? Die Antwort auf diese Frage bleibt vorerst in der Schwebe: „Der Zeitpunkt, wann über den beantragten Hubschrauberlandeplatz entschieden wird, ist derzeit nicht absehbar“, sagt ein Sprecher der Düsseldorfer Bezirksregierung auf NRZ-Anfrage. Was offenbar so viel bedeutet wie: Es zieht sich hin. Bis dahin wird das Thema wohl weiter hohe Wellen schlagen.

Gegen den Hubschrauberlandeplatz, den der Unternehmer Gerhard Witte beantragt hat, gibt es in Reusrath breiten Widerstand. Witte wohnt in der Dückeburg, dessen Umgebung ein Naherholungsgebiet ist, und leitet eine bundesweit tätige Firma. Mit einem Hubschrauber, dessen Start- und Landeplatz an seinem Wohnsitz sein soll, will der Unternehmer zeitlich flexibler sein. Doch die Reusrather fürchten durch den Helikopterlärm um ihre Ruhe – und protestieren mit einer Unterschriftenaktion gegen das Vorhaben.

„Wir haben in vier Sendungen der Bezirksregierung insgesamt 1275 Unterschriften vorlegen können“, sagt der Langenfelder Günter Striewe. Er steht an der Spitze einer Bürgerinitiative, die sich gegen einen möglichen Hubschrauberlandeplatz formiert hat. „Durch vier weitere Aktionen wurden noch Listen mit 165 Unterschriften direkt an die Bezirksregierung versandt und uns in Kopie zur Kenntnis gegeben“, so Striewe.

Nicht nur in Reusrath wird das Vorhaben abgelehnt. Im gesamten Stadtgebiet von Langenfeld sind laut Striewe Bürger aktiv geworden. Listen wurden in Läden ausgelegt, Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt. „In einer Arztpraxis konnten Patienten vorbereitete Schreiben mit ihrem eigenen Absender ergänzen“, berichtet Striewe. Die Rückläufe wurden geschlossen der Stadtverwaltung übergeben. „Da auch einzelne Bürger das Schreiben selbst bei der Stadt eingeworfen haben dürften, kann bei vorsichtiger Schätzung von rund 70 Einwendungen über diese Aktion ausgegangen werden“, fügt der Langenfelder hinzu und betont: „Alles in allem haben sich deutlich mehr als 1500 Bürger dem Protest angeschlossen.“

Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) hatte unlängst diesen Widerstand zum Anlass genommen, dem Unternehmer Witte einen Brief zu schreiben. Darin heißt es: „Ich bitte Sie zu prüfen, ob Sie das Antragsverfahren unterbrechen können, um ernsthaft nach einem anderen Standort für einen Landeplatz zu suchen.“ Sollte Witte indes an dem Landeplatz an der Bückeburg festhalten und die Bezirksregierung das Vorhaben genehmigen, will die Stadt Langenfeld dies hinnehmen. Wenn eine Firma mit mehr als 300 Mitarbeitern einen solchen Platz für einen reibungslosen Geschäftsablauf benötigt und beantragt, dann sei dies, so Schneider „zu prüfen und bei einer Genehmigung durch eine übergeordnete Behörde zu akzeptieren.“

Diese Position des Bürgermeisters war nicht zuletzt im Rathaus auf Kritik gestoßen. Aus den Reihen von SPD und Grünen wurde Schneider vorgeworfen, nicht eindeutig genug Position zu beziehen.

Ungeachtet dessen zeigt sich Striewe zuversichtlich, dass die Unterschriftensammlung der Bürger bei der Bezirksregierung Gehör findet und der Hubschrauberlandeplatz - im Schnitt soll es dort pro Woche zwei Starts geben - nicht genehmigt wird.

„Unsere Proteste und unsere guten Argumente dafür können nicht einfach überhört werden“, sagt der Langenfelder.

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