Komödie

Gerburg Jahnke verspricht „Heiße Zeiten“ im Capitol in Düsseldorf

Gerburg Jahnke führt Regie in der Wechseljahre-Revue „Heiße Zeiten“, die im Düsseldorfer Capitol-Theater aufgeführt wird. Foto: Uwe Schaffmeister

Gerburg Jahnke führt Regie in der Wechseljahre-Revue „Heiße Zeiten“, die im Düsseldorfer Capitol-Theater aufgeführt wird. Foto: Uwe Schaffmeister

Düsseldorf. Die Kabarettistin und Schauspielerin Gerburg Jahnke inszeniert die Wechseljahre-Revue „Heiße Zeiten“ im Capitol Theater in Düsseldorf. Sie gibt komische Einblicke in weibliche Befindlichkeiten auf der Hormon-Achterbahn.

„Fächer für alle!“ Gerburg Jahnke lacht. Die Kabarettistin und Schauspielerin saß Montag als Regisseurin am Kaffeetisch im Capitol Theater in Düsseldorf. Manchmal reichen ja schon S-Bahn-Fahrten, um zu erleben, dass „Heiße Zeiten“ nicht nur eine Folge des Klimakteriums sind. Allerdings ist dieses öffentliche Schweißaufkommen weit davon entfernt, so amüsant zu unterhalten, wie die von Jahnke inszenierte, gleichnamige Wechseljahre-Revue. Wobei 19 neu betextete Coversongs von Tina Turner bis Nina Hagen die Geschichte mit erzählen.

Hormon-Achterbahn

Ab 2. August beschert „Heiße Zeiten“ den Düsseldorfern für drei Wochen im großen Saal an der Erkrather Straße erfrischend komische Einblicke in weibliche Befindlichkeiten auf der Hormon-Achterbahn. Hitzewellen, Depression, Vergesslichkeit, vermeintlicher Attraktivitätsverlust, kompensiert mit Schönheits-OPs und die Sandwich-Lage zwischen rebellierenden Kindern und betreuungsbedürftigen Eltern...

Klar, „das Thema köchelt“, gibt Gerburg Jahnke zu. Doris Dörries Klimawechsel im Fernsehen fand sie „sehr beeindruckend“. Und kritisiert doch: „Sie hat die Frauen nicht wirklich ernst genommen. Das war so leicht als Karikatur abzutun.“ Mit Gelächter fördernder Leichtigkeit und zupackendem Witz geht die einstige „Missfits“-Hälfte die Symptome des Umbruchs aber allemal an. „Das Stück ist definitiv eine Komödie!“ Wobei ihre bereits in Hamburg und Zürich mit Erfolg gespielte Inszenierung auch durch ein waches Gespür für menschliche Zwischentöne überzeugt.

„Der Abend hilft!“ ist sie überzeugt. Wenn gleich es die Karten noch nicht auf Krankenschein gebe. Aber vielleicht reagieren ja die mitgeschleppten männlichen Co-Klimakterier am Morgen nach der Show mit mehr Verständnis?

Von den vier Frauen-Typen, die da am Airport im Flugstau nach New York stecken, sagt Gerburg Jahnke, hätte sie sich am ehesten in der Rolle der Hausfrau gesehen. „Sabine Urig kommt rein, und du willst sofort von ihr adoptiert werden. Sie fegt wie eine Urgewalt über die Bühne!“ Diese Figur (auch verkörpert von Natascha Petz), stellt sie ihre „Frauschaft“ vor, habe eine Komik, die ihr liege. „Bei den anderen Rollen sind die Song-Anforderungen einfach zu hoch.“ April Hailer - „eine großartige Komödiantin, die auch noch singen und tanzen kann!“ - gibt die Karrierefrau, in deren Terminkalender kein Platz für Wechseljahre ist. Die Vornehme, gespielt von Ines Martinez bzw. Gilla Cremer, versuche sie durch Contenance zu ignorieren. Während die Junge (Anna Bolk) noch schnell dank „Ei im Glas“ Mutter wer den will.

Ein Stück für vier Männer

Die Regiearbeit, gesteht Gerburg Jahnke, mache ihr zunehmend Spaß. „Es hat sich in den vergangenen Jahren herausgestellt, dass ich das gut kann. Ich genieße es sehr, wenn ich die Chefin bin!“ Zum Beispiel beim Heimspiel in Oberhausen mit „Sehnsucht“ und ihrer ehemaligen „Missfits-Partnerin Steffi Überall. Aber Gerburg Jahnke hätte auch nichts dagegen, wenn ihr die Intendanten von Opern- oder Schauspielhäusern vertrauen würden. „’King Lear’ mit den Mitteln der sogenannten Kleinkunst - das heißt: den Blick wirklich auf die Leute zu richten, die da unten sitzen!“ - das wäre ihre Herausforderung . Bis dahin ist die 56-Jährige auf der Suche - nach einem Stück für vier Männer...

  • Heiße Zeiten“ vom 2. bis 21. August. Premiere: 4. August. Vorstellungen Di-So jeweils um 20 Uhr, Tickets: 19,90 bis 45,90 Euro unter: 0211/73440
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