Politik

Grüne sauer: OB schafft mit Konzert Fakten

Die Düsseldorfer Grünen kritisieren Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Foto: Katharina Gilles

Die Düsseldorfer Grünen kritisieren Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Düsseldorf.   Weltstar Ed Sheeran soll im Juli im „D.Live Open Air Park“ spielen – doch den gibt es in Düsseldorf noch gar nicht.

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Die Ratsfraktion der Düsseldorfer Grünen ist sauer. Grund für das Ärgernis ist die Verlegung des Ed Sheeran-Konzerts vom Flughafen Essen/Mülheim in den „D.Live Open Air Park“ und eine damit verbundene Mitteilung der Düsseldorf Congress Sport & Event (DCSE). Mit einem offenen Brief wandten sich die Grünen am Dienstag an Oberbürgermeister und Stadtdirektor.

Darin heißt es, dass seit Tagen die Pläne zum geplanten Open Air Park auf einem Messe-Parkplatz intern beraten worden seien und auch die Grünen-Fraktion die Chance genutzt habe, die Planung mit dem DSCE-Chef Michael Brill zu diskutieren. Dabei war es um die grundsätzliche und langfristige Herrichtung der Fläche für Veranstaltungen ab 2019 gegangen. Doch nun soll am 22. Juli das Konzert bereits dort stattfinden.

Die Grünen prangern an, dass Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) von einem „guten Signal für die Open-Air-Fläche“ spricht und dass Brill dem Gelände bescheinigt, alle Anforderungen für eine Großveranstaltungen zu erfüllen. Dies sei aber falsch. „Es gibt noch kein Open-Air-Gelände auf dem Messeparkplatz. Es fehlt noch die Baugenehmigung inklusive der Gutachten zu Verkehr, Sicherheit, Lärm und Artenschutz, kein Nachhaltigkeitskonzept für die Events. Es gibt noch keine Genehmigung zur Fällung von mehr als 100 Bäumen“, heißt es im Brief, der von den Fraktionssprechern Angela Hebeler und Norbert Czerwinski als auch von Bürgermeister Wolfgang Scheffler unterzeichnet worden ist.

Weiter heißt, dass durch die Kommunikation von DCSE, Oberbürgermeister und Konzertveranstalter in der Öffentlichkeit Fakten geschaffen werden, die die Fachverwaltung und die Politik vor der baurechtlichen und politischen Beurteilung vor scheinbar vollendete Tatsachen stellen. Die Grünen werfen die Frage auf, welche vertraglichen Vereinbarungen es bereits gibt und ob Strafen gezahlt werden müssen, sollte das Konzert auch hier nicht stattfinden.

Das Vorgehen erinnere sie zudem „fatal“ an die Bewerbung für den Grand Départ der Tour de France. Auch dort wurde die Idee medial verkauft, ehe eine Mehrheit und Grundlagen gefunden wurden.

Daher sollten nun kommende Entscheidungen „sorgfältig und nur auf Basis aller Informationen und Gutachten“ getroffen werden. Das sei umso wichtiger, als das es beim kommenden Bauantrag nicht um eine einmalige Nutzung geht, sondern um eine langfristige Perspektive für mehrere Events pro Jahr. Die offenen Fragen will die Ratsfraktion in den Gremien der Stadt und der DCSE thematisieren.

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