Luxusquartier

HA Schult gestaltet goldenes Wohnzimmer für Düsseldorf

HA Schult im Andreas Quartier.

Foto: NRZ

HA Schult im Andreas Quartier. Foto: NRZ

Düsseldorf.   Mit einer Ausstellung von Kunstwerken aus Recyclingmaterial von HA Schult wird das Andreas Quartier in der Altstadt für Besucher eröffnet.

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Das zukünftige Wohnzimmer Düsseldorfs soll es werden: Goldene Kronleuchter, hohe Decken und schwarze Marmorwände. Alles getragen von hellen, antik anmutenden Säulen. Wer mit dem Porsche vorfährt, den erwartet kein einfaches Wohnzimmer mit Holztisch und Couch sondern eine Lounge der Extraprotzklasse. Doch noch ist das Zukunftsmusik, denn momentan dominieren Baustellenlärm, staubige Luft und Plastikverkleidung rund um das ehemalige Königliche Amtsgericht im Andreas Quartier der Altstadt. „Das hat aber auch seinen ganz besonderen Charme“, erklärt Uwe Schmitz schmunzelnd. Er ist Vorstandsvorsitzender der Frankonia Eurobau, welche die Regie für das ganze Bauprojekt führt.

Von diesem ganz besonderen Charme können sich nun die Besucher ab heute bis Samstag von jeweils 11 bis 19 Uhr selbst überzeugen. Denn dann öffnet das baldige Wohnzimmer im Rahmen einer Ausstellung des berühmten Künstlers HA Schult kurz seine Pforten der Öffentlichkeit.

Andreas Quartier zu Jahresende fertig

Unter dem Titel „Daheim – At Home: das Wohnen kommt nach Hause“, sind dort die Trash- People, Müllmenschen aus recyceltem Material, zu sehen. Bereits vor 20 Jahren schickte der Aktions-Künstler Schult diese um den Globus. Sie standen bereits auf der Chinesischen Mauer, in Moskau und in Rom. Nun haben sie ein kurzzeitiges neues Zuhause in der imposanten Halle des ehemaligen Amtsgerichts gefunden: „Die Müllmenschen sind ein wanderndes Volk.

Sie sind Asylanten wie wir selbst, denn so wie die Müllmenschen haben auch wir unseren Platz auf diesen Planeten nur kurzzeitig geliehen. Dessen sollten wir uns alle bewusst sein“, erklärt der Künstler, der mit seinen Trash-People auf die Konsumgeilheit unserer Gesellschaft aufmerksam machen will.

Bunte Mischung aus Bewohnern soll in das Gebäude ziehen

Seine Ausstellung in den noblen Hallen des ehemaligen Amtsgerichts passt daher für ihn sehr gut: „Ich freue mich, dass mein Kunstwerk nun in diesem bedeutenden Gebäude mit seiner außergewöhnlichen Architektur stehen wird“, sagt Schult.

Mit Müllmenschen will man dann bei der Eröffnung Ende des Jahres möglichst nichts mehr zu tun haben: „Wir wollen eine bunte Mischung an Nutzern. Selbst besser situierte Studenten sollten sich hier einquartieren können“, sagt Uwe Schmitz und verweist auf die Mietpreise ab 15 Euro pro Quadratmeter. Das Andreasquartier soll aber nicht nur Wohnungen bieten, sondern auch als Bürofläche genutzt werden. Zudem will die Hotelkette Hyatt Apartments anbieten, für „hart arbeitende Geschäftsleute, die sich auf ihren Geschäftsreisen wie zu Hause fühlen wollen“, so steht’s allen Ernstes im Pressetext der Frankonia. Der Innenhof des Gebäudekomplexes sei nur privat zugänglich, die Eingangshalle mit Lounge-Bereich soll jedoch öffentlich sein.

Der Zeitplan zur Fertigstellung konnte bislang nicht eingehalten werden, in etwa acht Wochen sollen aber schon mal die Baugerüste rund um das Gebäude abgebaut werden.

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