Rodungen

„Hafenalarm“ spricht von einer „Skandalaffäre“

Überreste einer gefällten Pappel auf dem linksrheinischen Rheindeich. Bürger sind entsetzt und halten die Fällungen von vergangener Woche für nicht notwendig.

Überreste einer gefällten Pappel auf dem linksrheinischen Rheindeich. Bürger sind entsetzt und halten die Fällungen von vergangener Woche für nicht notwendig.

Foto: oH

Düsseldorf..   Bürgerinitiative entsetzt über Vorgänge um das ehemalige Odol-Gelände in Holthausen – und auch in Lörick gibt es Proteste gegen Baum-Fällungen.

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Die Vorgänge um das frühere Odol-Gelände auf dem Grundstück Am Trippelsberg 100 bezeichnet die Bürgerinitiative „Hafenalarm“ als eine „Skandalaffäre“. Hier, so die Initiative gestern in einer Mitteilung, wurden 70 satzungsgeschützte und kerngesunde Bäume auf dem Gelände gefällt: „Und dies auf Grundlage einer klammheimlich erteilten Baugenehmigung. Gegen den Willen der Bezirksvertretung 9 und des gesamten Stadtrats mit Ausnahme des Oberbürgermeisters.“ Und in der Tat: Die Politik ist geschlossen gegen die Planungen auf dem Gelände, wo die Langenfelder Firma „Log-Port" eine 20 000 Quadratmeter große Logistikhalle bauen will.

Hafenalarm: Baugenehmigung wurde „klammheimlich“ erteilt

Doch der Oberbürgermeister hatte die Bezirksregierung eingeschaltet, die den Ratsbeschluss wieder aufgehoben hatte. Mit der Begründung, mehr Verkehr sei nach dem Bau der Logistikerhallen nicht zu erwarten. Und obwohl eine Klage der Fraktion der Linken dagegen beim Verwaltungsgericht wegen der Baugenehmigung anhängig ist, wurde inzwischen die Baugenehmigung durch die Stadt erteilt. Dies, so die Bürgerinitiative Hafenalarm, sei „klammheimlich“ geschehen. Vergangenen Freitag kreischten bereits die Baumsägen, dröhnend packten die Bagger zu, am Abend lagen die Bäume wüst zwischen den Gebäudetrümmern.

Die Bürgerinitiative Hafenalarm ist entsetzt – und verliert den Glauben an die Politik: „In dieser Skandalaffäre zeigt sich, warum wir Bürger uns so oft von der Stadtbürokratie und der Politik verraten und verkauft fühlen...“

Ärger wegen Fällungen am Rheindeich in Lörick und Niederkassel

Auch wegen Baumfällungen auf dem Rheindeich in den Stadtteilen Lörick und Niederkassel gibt es Ärger. „Eigentlich dürfen in der Vogelschutzzeit keine Bäume von März bis September gefällt werden“, sagte NRZ-Leserin Birgit Stenger. Auch hier wurde, wie in Holthausen, bereits vergangenen Freitag kräftig gearbeitet. Stenger ist entsetzt: „Außerdem werden diese Bäume auf dem Deich nicht nachgepflanzt. Angeblich sind die Bäume krank und daher nicht standfest.“ Sie glaubt: „Aber wenn man die Krone im Winter stutzt, erhöht dies die Standfestigkeit im Sommer mit Belaubung.“ Laut Birgit Stenger sind an dem Stamm eines gefällten Baumes auf Höhe des Löricker Campingplatzes keine inneren Schäden oder Krankheiten erkennbar. Und: „Die Lehrmeinung, der zufolge Bäume auf Deichen schädlich sind, ist auf diesem Deich zwischen Klärwerk und Nordbrücke vernachlässigbar, da dieser doppelt so breit ist wie ein normaler Deich.“

Die Stadt hatte vergangene Woche, einen Tag vor dem „Tag des Baumes“ mitgeteilt, dass die 34 Pappeln „aus Gründen der Verkehrssicherheit“ gefällt werden. Die Bäumen hätten Erkrankungen, die ihre Standsicherheit gefährden, vier seien wegen Pilzbefall sogar akut umsturzgefährdet.

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