Halbzeit der Südamerika-Radtour

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6200 Kilometer, zwölf Länder und 26 Fahrräder für Afrika– seit sechs Monaten sind Lena Kleine-Kalmer und Hardy Handel aus Düsseldorf unter dem Namen „Velosophics“ unterwegs, um quer durch Europa, Zentral- und Südamerika zu radeln. Und das für den guten Zweck: Mit ihrer Reise unterstützen sie die ge-meinnützige Organisation World Bicycle Relief, die hilft, Menschen in Not durch Fahrräder zu mobilisieren. Ihr Ziel von 15 Fahrrädern für Afrika haben sie bereits weit übertroffen. Den Spendenerfolg feierten sie gestern zu ihrer Halbzeit in Panama/Mittelamerika.

Von Deutschland nach Rumänien, von Mexiko nach Panama – die ersten zwei Etappen haben die beiden Düsseldorfer erfolgreich hinter sich gebracht. Sie fahren als erste deutsche Radreisende für World Bicycle Relief. Die Non-Profit-Organisation bringt solide, besonders lastentaugliche Fahrräder in Katastro-phen- und Entwicklungsregionen, um Menschen mobiler und unabhängiger zu machen. „Mit unserer Radreise wollen wir zeigen, was mit Fahrrädern alles möglich ist“, sagen sie. „Während wir uns mit unseren Rädern einen Lebenstraum verwirklichen, kann ein Rad für Menschen in Afrika der Zugang zu Bildung, Arbeit oder Gesundheitsversorgung sein und den Transport von Wasser wesentlich erleichtern.“

Härtetest in Zentralamerika

Tourstart war für die beiden vor einem halben Jahr vor ihrer Haustür in Düsseldorf (NRZ Berichtete). Die erste Etappe führte in Hardys Heimatland Rumänien – ein Weg zurück zu den Wurzeln. „Für uns der perfekte Start“, so Hardy Handel, „wir haben Deutschland noch einmal ganz neu kennengelernt und vor allem in Rumänien eine sehr intensive Zeit gehabt.“ Viele Familienbesuche aber auch die unzähligen Einladungen der gastfreundlichen Rumänen haben ihnen das Land sehr nah gebracht.

„Fahrräder öffnen Türen“ beschreibt Lena ihre Erfahrungen, „das hat sich auch in den Ländern Zentralamerikas nicht verändert.“ Hier spielen zwar Faktoren wie Sicherheit, Hitze und die Versorgungslage eine größere Rolle, aber sie sind mittlerweile ohne weitere Probleme durch ganz Zentralamerika geradelt – durch die Tropen, das Hochland Guatemalas, an den Traumstränden der Karibik und des Pazifik entlang. In Belize haben sie bei Maya-Ruinen gecampt, in Guatemala am Weltuntergangstag 21. Dezember an einer Maya-Zeremonie teilgenommen, am Lago de Atitlan Spanisch gelernt und in Nicaragua sind sie tagelang abseits der geteerten Straßen durch abgelegene Dörfer geradelt. Ihr Fazit bis heute: „Die Menschen sind überall zu 98 Prozent freundlich und hilfsbereit. Zum Glück haben wir bisher kaum jemanden der anderen zwei Prozent getroffen.“

Anden als größte Herausforderung

Mit den Ländern Südamerikas liegt die größte Herausforderung der Reise allerdings noch vor ihnen: die Anden mit ihren bis zu 4000 Meter hohen Pässen. Derzeit planen Lena und Hardy ihre Überfahrt mit ei-nem Segelboot von Colon/Panama nach Cartagena/Kolumbien und bereiten ihre Ausrüstung für das Ge-birge vor.

Nach einem halben Jahr und mehr als 6200 Kilometern „on the road“ haben Lena und Hardy ihr Spendenziel bereits übertroffen. Ursprünglich wollten sie 15 Fahrräder für Afrika finanzieren, mittlerweile haben sie schon 26 auf den Weg gebracht. Und sie machen weiter, es sollen noch viel mehr werden: „Es ist toll, wie die Menschen aus aller Weltbegeistert und neugierig auf unser Fahrradprojekt reagieren. So haben wir schon in den verschiedensten Situationen Spenden bekommen“,erklären die beiden Düsseldorfer. Viele Spenden erhalten sie von Familie, Freunden und Geschäftskontakten aus Deutschland, viele jedoch auch vollkommen unerwartet von Menschen, denen sie unterwegs begegnen.

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