Medikamentenschmuggel

Heilpraktiker mit Tausenden Tabletten geht Zöllnern ins Netz

Das alles stellten die Zöllner am Düsseldorfer Flughafen sicher.

Foto: Hauptzollamt Düsseldorf

Das alles stellten die Zöllner am Düsseldorfer Flughafen sicher. Foto: Hauptzollamt Düsseldorf

Düsseldorf.   Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen gelingt ein großer Fang: Ein Heilpraktiker aus dem Kreis Mettmann hatte Tausende illegale Tabletten dabei.

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Die Zollbeamte am Düsseldorfer Flughafen staunten nicht schlecht, als sie am Dienstag das Reisegepäck eines 59-jährigen Mannes aus dem Kreis Mettmann genauer unter die Lupe nahmen. Der Reisende, der gerade mit einem Flug aus Hongkong gelandet war, hatte seine Koffer mit Tausenden illegalen Tabletten, Salben und Verpackungsmaterialien vollgepackt. "Als die Kollegen das Gepäck aufmachten, mussten sie nicht lange suchen", berichtet Michael Walk, der Sprecher des Hauptzollamts Düsseldorf.

Beamte glauben Ausreden nicht

Der 59-Jährige, der sich den Beamten später als Heilpraktiker zu erkennen gab, wollte den Zollbereich durch den grünen Ausgang für anmeldefreie Waren verlassen. Da die Zollbeamten den Mann aber zu einer Kontrolle baten, konnten mehr als 5000 Tabletten (darunter Hustenkapseln, Anti-Aging-Tabletten und ein Breitbandantibiotikum), 60 verschiedene Salben (u. a. gegen Hämorrhoiden), 61 traditionelle chinesische Massagewerkzeuge und 169 leere Verpackungen sichergestellt werden.

Bei diesem gewaltigen Umfang wollten die Zöllner dem 59-Jährigen nicht so recht glauben, dass er die Medikamente nur für den Eigengebrauch mitgebracht hat. "Art und Menge der Waren ließen erhebliche Zweifel an einer rein privaten Verwendung aufkommen", so Michael Walk. Reisende, die etwa im Urlaub krank werden, dürfen angebrochene Medikamente mitführen. Auf den Mann aus dem Kreis Mettmann traf diese Ausnahme jedoch nicht zu.

Nach Hongkong gereist, um die Medikamente zu kaufen

Mit der Wahrheit rückte er erst zögerlich heraus. Erst nach mehrmaliger Nachfrage gab er zu, dass er von Beruf Heilpraktiker sei und die Waren für seine Praxis bestimmt seien, erklärt Walk. Die Vermutung liegt nahe, dass er einzig und allein nach Hongkong reiste, um die Medikamente zu kaufen.

Um was für Präparate es sich handelt, ist zum Großteil unbekannt, da die Verpackungen ausschließlich mit chinesischen Schriftzeichen versehen sind. Dass auf einigen Verpackungen die Flagge der Bundesrepublik Deutschland zu entdecken ist, könnte ein Zufall sein. "Sie erwecken nicht den Eindruck, besonders für den deutschen Markt hergestellt worden zu sein". sagt Walk. Präparate aus der traditionellen Tiermedizin des Reiches der Mitte sollen es ebenfalls nicht sein.

Die Zöllner leiteten gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung und wegen Bannbruchs (Einfuhr verbotener Gegenstände) in Verbindung mit einem Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz durch die gewerbliche Einfuhr von Arzneimitteln ein. Die Waren stellten sie sicher. (mars)

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