Heinrich Heine

Heine-Institut in Düsseldorf erwirbt zwei neue Handschriften

Zwei Briefe aus den Jahren 1848 und 1855 wurden ersteigert. Im Bild: Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts und Felix Droste, Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft.

Foto: Linda Wiethaus

Zwei Briefe aus den Jahren 1848 und 1855 wurden ersteigert. Im Bild: Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts und Felix Droste, Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft.

Düsseldorf   Die Briefe aus den Jahren 1848 und 1855 belegen die enge Freundschaft zwischen dem Dichter Heinrich Heine und dem Komponisten Hector Berlioz.

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„Es ist eine kleine Sensation“, sagt Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts. Bei einer Auktion hat sie zwei bisher unbekannte Briefe des Dichters Heinrich Heine an seinen Freund, den französischen Komponisten Hector Berlioz, ersteigert. Sie erzählen von Freundschaft, der Französischen Revolution und von den Leiden Heines. Das Heine-Institut in Düsseldorf besitzt etwa 70 Prozent aller heute bekannten Originalhandschriften von Heinrich Heine – das ist weltweit die größte Sammlung. Darunter befinden sich auch knapp 900 Briefe. Das Archiv wurde jetzt durch diese zwei weitere Briefe ergänzt.

„Der Beruf eines Sterbenden“

Beide Schriften sind in Französisch verfasst, da Heine zwar in Düsseldorf geboren wurde, aber lange in Frankreich gelebt hat. Der erste Brief, datiert vom 22. Juli 1848, berichtet von der einsetzenden Lähmung des Dichters. „Heine schreibt, Berlioz habe keine Ahnung von dem Beruf eines Sterbenden“, übersetzt Karin Füllmer, Geschäftsführerin der Heinrich-Heine-Gesellschaft. Außerdem verweist er im Schlusssatz auf die beginnende Französische Revolution. „Liberté, égalité et fraternité sans musique“ („Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ohne Musik“) schreibt Heine.

Der zweite Brief ist vom 14. August, ohne Jahresangabe. Man vermutet aber, dass es sich um das Jahr 1855 handelt. Der Brief gibt tiefe Einblicke in das Leiden Heines, der ein Jahr später, im Februar 1856 verstorben ist. „Diesen Brief hat Heine auch nicht mehr mit Feder und Tinte geschrieben, sondern mit Bleistift“, so Sabine Brenner-Wilczek, „er lag in seiner Matratzengruft und hat sich auf den Besuch von seinem Freund gefreut“.

Nur wenig bekannte Dokumente zu der Freundschaft

Bisher gab es nur sehr wenige Dokumente, die diese enge Freundschaft zwischen dem Dichter und dem Komponisten bezeugen. 1977 erwarb das Heine-Institut einen ebenfalls zuvor unbekannten Brief von Heine an seinen Komponisten-Freund. Ein anderer Brief von Heines Schreiber an Berlioz befindet sich in der Bibliothèque Nationale in Paris.

Deswegen hat Sabine Brenner-Wilczek nicht lange gezögert, als sie von der Auktion in Paris erfuhr. „Wir hatten die Hoffnung, wenigstens einen der Briefe zu ersteigern. Dass wir nun beide haben, ist ein großes Glück“, erzählt sie. Mit der Unterstützung der Heine-Gesellschaft ist es ihr als Telefonbieterin schließlich gelungen, die beiden Briefe für einen Preis von 26 500 Euro in das Archiv nach Düsseldorf zu holen. Dieser Preis sei für zwei gut erhaltene, bisher unbekannte Briefe noch relativ gering.

Heute würde Heine begeistert twittern

Bemerkenswert an der Korrespondenz zwischen Heinrich Heine und Hector Berlioz sei vor allem, dass sich Heine auch in den schmerzvollen Tagen vor seinem Tod die Mühe gemacht hat, mit der Hand Briefe an seinen Freund zu schreiben. „Diese Nachrichten sind alle sehr kurz und wurden von einem Boten überbracht“, so Karin Füllmer. Heute würde Heine begeistert über soziale Medien, wie Twitter oder What’sApp, seine Gedichte verbreiten, vermutet Martin Roos, Schatzmeister der Heine-Gesellschaft.

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