Wildtier-Verbot

Zirkuschef klagte Gastspiel gegen die Stadt Düsseldorf ein

Henry Frank auf dem Staufenplatz mit seinen Kamelen. Wegen der Tiere gab es Streit zwischen Stadt und Zirkus. Seit Freitag sind die Kamele in der Manege zu sehen.

Henry Frank auf dem Staufenplatz mit seinen Kamelen. Wegen der Tiere gab es Streit zwischen Stadt und Zirkus. Seit Freitag sind die Kamele in der Manege zu sehen.

Foto: Götz Middeldorf

Düsseldorf.  Zirkus-Chef Henry Frank (45) gastiert mit dem „Circus Paul Busch“ in Düsseldorf. Die Stadt wollte den Auftritt wegen seiner Kamele verhindern.

Henry Frank ist zufrieden: „Diese Stadt ist ein guter Spielort für uns“, sagt der 45-Jährige Zirkus-Chef. „Die Düsseldorfer gehen gerne in den Zirkus.“ Und so spielt seit Freitag der „Circus Paul Busch“ zweimal täglich im Zelt auf dem Staufenplatz in Düsseldorf.

Obwohl dem Umweltausschuss und der Stadt Düsseldorf das gar nicht passt. Weil sie seine Kamele als „Wildtiere“ einstuft und in Düsseldorf ein Wildtierverbot für Zirkusse gilt, wurde der Antrag für ein Gastspiel abgelehnt. Doch Frank klagte und zog die Stadt mit Hilfe des „Verbands deutscher Circus-Unternehmen“ vor das Verwaltungsgericht, wo er im Juli Recht bekam. Die Stadt musste das Gastspiel daraufhin genehmigen.

Stadt Düsseldorf war leichtfertig, sagt der Zirkus-Chef

Frank ärgert sich trotzdem über die Stadt: Die habe es auf ein Verfahren ankommen lassen, obwohl von der selben Kammer des Gerichtes wenige Wochen zuvor die Stadt Krefeld gezwungen wurde, dem „Circus Charles Knie“ das Gastspiel zu genehmigen. „Unverantwortlich, wie leichtfertig die Stadt Düsseldorf mit dem Geld ihrer Steuerzahler umgeht.

Das hätte sie sich bei dem klar zu erwartenden Ausgang sparen können.“ Inkonsequent dagegen findet der Zirkus-Chef, der als Ansager und mit seinen Pferden in der Manege steht, dass die Stadt trotz ihrer Niederlage nicht in die nächste Distanz gegangen ist. Das hätte ihm und anderen Zirkussen in die Hände gespielt: Denn, so Frank: „Bei einer abzusehenden Niederlage vor dem Oberverwaltungsgericht hätte das Urteil Rechtskraft für alle NRW-Städte, die dieses Verbot haben.“

Für Henry Frank ist das Wildtierverbot widerrechtlich

Henry Frank bezeichnet das Düsseldorfer Wildtierverbot als „widerrechtlich“: „Die Stadt darf kein Bundesrecht umgehen.“ Denn das Verwaltungsgericht hat in seinem Beschluss festgestellt, dass die Regelungen des Tierschutzgesetzes des Bundes abschließend sind. Und: Das Wildtierverbot stelle eine unzulässige Beschränkung der Berufsfreiheit dar.

Im vorherigen Verfahren eines anderen Zirkusses hatte das Gericht festgestellt, dass einer Zulassung eines Zirkusgastspiels kein wirksames kommunales Wildtierverbot entgegen steht, da es gegen das höherrangige Recht der Berufsfreiheit verstößt. Der Umweltausschuss hatte im Oktober 2015 beschlossen, keine Flächen mehr an Zirkusse zu vermieten, die mit Tierarten reisen, die normalerweise in freier Wildbahn leben. Durchgebracht wurde der Antrag von SPD, FDP, Grünen und Tierschutz/Freie Wähler, die CDU hatte sich enthalten.

Henry Frank jedenfalls war die Freude über das Gastspiels bei der Düsseldorfer Premiere am Freitag anzumerken – und das Publikum klatschte begeistert, während draußen Tierschützer lautstark unter Beobachtung der Polizei protestierten.

Aufführungen sind bis 23. September täglich auf dem Düsseldorfer Staufenplatz um 16 und 19.30 Uhr, sonntags um 11 und 15 Uhr, am 23. September nur um 15 Uhr. Am 17. September ist spielfrei.

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