Herbert Eulenberg neu entdecken - im Treppenhaus des Heine-Instituts

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Vor 100 Jahren gehörte Herbert Eulenberg zu den meist gespielten Bühnendichtern Deutschlands. Neben einer Vielzahl von Dramen veröffentlichte der gebürtige Köln-Mülheimer Prosa und Lyrik sowie „Schattenbilder“ – bis heute legendäre Persönlichkeitsskizzen. Das Heinrich-Heine-Institut widmet dem Schriftsteller nun seine nächste „Treppenhausausstellung“. Unter dem Titel „Herbert Eulenberg neu entdecken“ ist sie bis zum 9. Juni an der Bilker Straße 12-14 zu sehen.

Der gelernte Jurist Eulenberg (1876–1949) sah sich schon während des Studiums eher der Literatur und dem Theater verbunden. Aufgrund seiner Berufung als Dramaturg an das Düsseldorfer Schauspielhaus folgte 1905 die Übersiedlung nach Kaiserswerth in das Haus Freiheit, das sich vor allem in den 1920er-Jahren zu einem Zentrum des literarischen und kulturellen Lebens in Düsseldorf entwickelte. Neben der Mitarbeit an der Hauszeitschrift „Masken“ bestand Eulenbergs Tätigkeit am Schauspielhaus in der Leitung der sonntäglich stattfindenden „Morgenfeiern“ – Matineen, die zur Aufgabe hatten, einem breiten Publikum Dichter, Musiker, Maler und literarische Strömungen vorzustellen. Eulenberg gelang es, diesen kulturellen „Gottesdienstersatz“ zu etablieren und über die Grenzen Düsseldorfs hinaus bekannt zu machen.

In den Folgejahren erschienen seine erfolgreichsten Dramen „Belinde“ und „Alles um Geld“. Bedeutende Kritiker wie Robert Musil und Alfred Kerr äußerten sich positiv zu diesen Werken. Die Gesamtheit seiner dramatischen Werke – von denen noch heute der Großteil unveröffentlicht ist – kann auf 67 Stücke beziffert werden. Seine offen zur Schau gestellte liberal-pazifistische Weltanschauung ließ ihn nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zu einem „unerwünschten Autor“ werden. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der „Ehrenbürger der Welt“, wie ihn Thomas Mann nannte, in Anerkennung seiner konsequenten Geisteshaltung der Inneren Emigration mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. So wurde Eulenberg 1946 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Düsseldorf verliehen.

4500 Briefe in Eulenbergs Nachlass

Das Werk Herbert Eulenbergs ist, nimmt man das unveröffentlichte Material hinzu, fast unübersehbar. Sein Nachlass, der zu den umfangreichsten Beständen des Rheinischen Literaturarchivs im Heinrich- Heine-Institut gehört, wurde in den Jahren 2009 bis 2011 geordnet und verzeichnet. Der Bestandsinhalt – zum Nachlass gehören zum Beispiel 4500 Briefe, darunter zahlreiche von Autoren wie Gerhart Hauptmann, Thomas Mann und Joachim Ringelnatz – kann über das Digitale Kunst-und Kulturarchiv Düsseldorf, kurz d:kult, abgerufen werden (http://duesseldorf.emuseum.net/code/emuseum.asp). Auf diese Weise wurde eine Basis für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Leben und Werk des Dichters geschaffen. Die Treppenhausausstellung „Herbert Eulenberg neu entdecken“ zeigt mit Fotografien und Handschriften aus dem Nachlass sowie weiterer grafischer Elemente das bewegte Leben Eulenbergs.

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