Flüchtlinge

HHU-Studenten suchen „Buddys“ für Geflüchtete in Düsseldorf

Vielen Flüchtlingen fehlt der Kontakt zu deutschen Gleichaltrigen. Das Projekt  „Sprachbuddys“ will das ändern.

Foto: OH

Vielen Flüchtlingen fehlt der Kontakt zu deutschen Gleichaltrigen. Das Projekt „Sprachbuddys“ will das ändern. Foto: OH

Düsseldorf   Flüchtlinge und Studierende in Düsseldorf sollen durch ein Projekt Freundschaft schließen. Credit Points für’s Studium gibt es mit dazu.

Etwa 8000 Geflüchtete sind zurzeit alleine in Düsseldorf untergekommen. Sie in die Gesellschaft zu integrieren ist eine Herausforderung, der sich nun Studierende der Heinrich-Heine-Universität (HHU) angenommen haben. „Flüchtlinge haben häufig einige Sprach-Integrationskurse hinter sich, die deutsche Alltagssprache wurde aber nur wenig praktiziert – genau dort setzen wir an“, sagt Danielle Ebers vom Projekt „Sprachbuddys-Gemeinsam mit Flüchtlingen“.

„Durch Patenschaften wollen wir Geflüchteten die Chance bieten mit (fast) Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen. Sie können gemeinsam die Stadt erkunden, Deutsch lernen, Sport machen und sämtliche Alltagsprobleme bewältigen.“ Die Idee: mindestens einmal die Woche trifft sich ein Student regelmäßig mit einem Flüchtling für 90 Minuten. Dafür können Studierende der HHU sich zwei CPs (sogenannte „Credit Points“ – Leistungspunkte für das Studium nach dem Bachelor-/Master- System) für den „Fächerübergreifenden Wahlpflichtbereich“ anrechnen lassen.

„Sprachbuddys“ entstand im Rahmen eines Kurses.

Das Projekt entstand während eines Kurses für Sozialwissenschafts-Studenten im Sommersemester 2016. Unter der Leitung von Professor Heiner Barz mit Unterstützung von den Dozenten Britta Engling und Jan-Phillip Clooth entwickelten die Studierenden eigene Projekte in der Flüchtlingshilfe – so auch das Sprachbuddy-Projekt. Corinna Sawetzki, Nico Hoffmeister, Stephan Schmoll und Danielle Ebers schlossen sich zu einer Gruppe zusammen und besuchten ein Flüchtlingsheim. Sie trafen sich mit verschiedenen Wohlfahrtsverbänden, die ihre Kooperation anboten, darunter die Diakonie, „Willkommen in Düsseldorf“ und das Institut für internationale Kommunikation.

Es stehen bereits zehn Patenschaften.

„Unser Ziel sind 50 Patenschaften bis Ende des Semesters. Wir wollen auch Veranstaltungen für alle Paten organisieren“, sagt Danielle Ebers, die hauptsächlich für die Kommunikation mit den Geflüchteten zuständig ist. „Wir haben bereits zehn Patenschaften und viele Interessenten, die in den nächsten Wochen einander zugeordnet werden.“ Die Flüchtlinge müssen A1-Kenntnisse nach dem „Gemeinsamen Europäischer Referenzrahmen für Sprachen“ in Deutsch oder Englisch haben, damit eine Kommunikation mit den deutschen „Buddys“ (=Kumpel) möglich ist.

Das Projekt soll langfristig etabliert werden.

Auf ihrer Facebook-Seite stellen die Organisatoren allen Teilnehmern Deutsch-Lehrmaterialien zur Verfügung. Interessierte können sich dort auch beim Sprachbuddy-Team melden. „Unser Projekt ist so angelegt, dass es andere Studenten übernehmen können, wenn wir die Uni verlassen und soll langfristig an der Uni etabliert werden“, so Ebers. Doch erst einmal wird Werbung gemacht, um mehr Studierende für die Sache zu begeistern. „Wir kooperieren mit dem ASTA und mit der Think Big Stiftung, die uns sponsern. Dadurch können wir Werbeaktionen wie Flyer, T-Shirts, eine Homepage und einen Stand an der Uni realisieren“, sagt Ebers.

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