Nahverkehr

In Düsseldorf droht Chaos nach Fahrplanwechsel

Foto: AP

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Düsseldorf. Alles sollte besser werden: Der Flughafen werde trotz der Stilllegung der S-Bahn-Linie S 7 „weiterhin hervorragend” an das S-Bahn-Netz angeschlossen, so der Wortlaut in einer Mitteilung der Deutschen Bahn.

Dafür verlängert die DB andere Linien. Doch mit dem neuen S-Bahn-Konzept und dem Fahrplanwechsel zum 13. Dezember, den die Deutsche Bahn morgen offiziell vorstellt, droht ein Chaos auf einigen Rheinbahn-Strecken in und um Düsseldorf.

Der Grund: Die Rheinbahn hat ihre Fahrpläne stets an die der S-Bahnen angepasst. Doch jetzt sind die Veränderungen so gravierend, dass viele Fahrgäste ihren gewohnten Anschluss verpassen und deutlich länger auf den nächsten Bus oder Zug warten müssen.

„Das können schon 16 bis 17 Minuten sein. Das ist höchst ärgerlich für die Fahrgäste”, kritisiert Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. „Die Deutsche Bahn spart. Die Kunden müssen das leider aussitzen. Und wir haben Mehrkosten von über einer halben Million Euro.”

Zu wenig Zeit zur Umstellung

Die Pläne der DB: Die Linie S 7 wird komplett gestrichen, die S 1 wird dafür bereits von Solingen zum Fernbahnhof fahren, die S 11 über Neuss und Düsseldorf Hauptbahnhof den Flughafen-Terminal ansteuern. Der Takt der S 6 wird verändert, dafür eine neue Linie (S 68) eingerichtet. Start: 13. Dezember.

Zu diesem Zeitpunkt muss die Rheinbahn nun ebenfalls ihre Fahrpläne umstellen. Die Details zum DB-Konzept erfuhr sie erst im Herbst. Eine zu kurze Zeitspanne für einen möglichst kundenfreundlichen Zuschnitt des Fahrplanes. 34 Bus-Strecken im Kreis Mettmann, Düsseldorf und Neuss sind betroffen. „Das ist jede dritte Linie”, gibt Schumacher zu bedenken, der ebenfalls für die nächsten Tage eine Pressekonferenz zu den geplanten Änderungen ankündigt.

Sechs Personalstellen und drei Busse sind zusätzlich nötig, damit es überhaupt irgendwie klappt. „Wir können das nicht überall kompensieren. Es wird schmerzliche Auswirkungen für tausende Fahrgäste geben”, bedauert der Rheinbahn-Sprecher.

Zwei Beispiele:

Fahrgäste des Busses 785 (vom Jan-Wellem-Platz nach Langenfeld) verpassen den Anschluss am S-Bahnhof Hilden-Süd. Wartezeit: Ganze 17 Minuten!

Wer mit Bus der Linie 760 aus Wittlaer kommt, muss am S-Bahn-Stopp Ratingen-Ost mindestens zehn Minuten auf die S 6 warten.

Die Deutsche Bahn weist die Vorwürfe zurück: „Wir handeln im Auftrag des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr. Die Kritik richtet sich an die falsche Stelle. Der VRR muss die Fahrpläne abstimmen, nicht die Deutsche Bahn”, meint DB-Sprecher Udo Kampschulte.

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