Ausbildung

In Düsseldorf werden Notfallseelsorger gesucht

Christoph Dörpinghaus, Sylvia Schleuter, Alexandra Wilhelm und Olaf Schaper (v.l.) kümmern sich in der Notfallseelsorge um Menschen.

Christoph Dörpinghaus, Sylvia Schleuter, Alexandra Wilhelm und Olaf Schaper (v.l.) kümmern sich in der Notfallseelsorge um Menschen.

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   Um die 250 Mal im Jahr leistet das Düsseldorfer Team „Erste Hilfe für die Seele“. Doch der Dienst kann noch weitere Helfer gebrauchen.

Rund 250 Mal im Jahr leisten sie die „Erste Hilfe für die Seele“ – die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Düsseldorfer Notfallseelsorge. Ob beim plötzlicher Kindstod, Unfällen oder anderen Katastrophen – die Männer und Frauen sind immer mit einem offenen Ohr und gutem Rat vor Ort.

Das Düsseldorfer Team umfasst dabei gut 40 Mitarbeiter, die gewährleisten, dass Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei bei Notfällen und Einsatzlagen stets Seelsorger herbeirufen können – doch Bedarf besteht immer. Wie momentan. Daher suchen Pfarrer Olaf Schaper und der katholische Religionspädagoge Christoph Dörpinghaus Düsseldorfer, die Interesse an einer einjährigen Ausbildung zum ehrenamtlichen Notfallseelsorger haben. Denn: der Dienst, der von der evangelischen und katholischen Kirche getragen wird, wird jeden Tag, 24 Stunden, angeboten.

Für die Aufgaben gibt es kein Patentrezept

Die Aufgaben, die dabei bei der Arbeit auf einen zukommen, sind ganz verschieden. Ein Patentrezept gibt es nicht. Die meisten der 250 Einsätze sind allerdings sogenannte innerhäusliche Todesfälle. Oft müssen die Seelsorger aber mit der Polizei gemeinsam eine Todesnachricht überbringen. „Man muss sich auf jeden Menschen, den man im Einsatz begegnet neu einlassen. Dabei kann man keine Technik abspulen, das sollte man immer vor Augen haben“, erklärt Sylvia Schleuter, die als Ehrenamtliche seit vier Jahren das Team unterstützt. Auch Alexandra Wilhelm hilft dem Team ehrenamtlich. „Man trifft auf die Menschen in einem sehr intimen Moment, einem Moment von großer Trauer. In dem Gespräch mit dem Hinterbliebenen entwickeln sich dann neue Momente, der Stille. Die muss man einfach aushalten können“, so Wilhelm.

Viele fremde Personen im Haus

Oft ist es bei den Einsätzen auch einfach so, dass die Notfallseelsorge der wichtigste Ansprechpartner ist. „Das muss man sich eben auch verdeutlichen: Bei einem häuslichen Todesfall kommt erst der Rettungsdienst, dann der Notarzt, dann die Kripo und der Bestatter. Da können schon mal gut zehn fremde Personen im Wohnzimmer stehen und die Betroffenen wissen dann nicht: Wer kommt da noch alles? Was passiert?“ so Schleuter weiter, „und wir haben keine andere Aufgabe als für den einen Menschen da zu sein“.

Dabei stellt sich oft die Frage für die Mitarbeiter: Was kann ich für den Menschen tun? „Wir gucken dann auch, ob es noch andere Angehörige gibt, Freunde, Verwandte. In welcher Situation sich der Betroffene befindet“, so Dörpinghaus. Keiner wird allein gelassen.

>> SO FUNKTIONIERT DIE BEWERBUNG

Interessierte, die sich für die Ausbildung zum ehrenamtlichen Notfallseelsorger melden wollen, können ihre Bewerbung bis zum 20. Oktober entweder per E-Mail an notfallseelsorge@evdus.de oder postalisch an Notfallseelsorge Düsseldorf, Haus der Kirche, Bastionstraße 6, 40213 Düsseldorf schicken.

Die Ausbildung erstreckt sich über ein Jahr und umfasst 13 Wochenenden. Die Ausbildung ist kostenfrei und beginnt im Januar 2018.

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