Erneuerbare Energie

In Reusrath gibt es jetzt noch ein drittes Windrad

Im Juli 2018 war ein zweites Windrad noch im Bau, mittlerweile gibt es ein drittes, aber viel kleineres.

Im Juli 2018 war ein zweites Windrad noch im Bau, mittlerweile gibt es ein drittes, aber viel kleineres.

Foto: Matzerath, Ralph / Matzerath

Langenfeld.  In Reusrath geht schon bald ein drittes Windkraftrad an den Start. Warum es hier diesmal keine hitzige Debatte um die Genehmigung gab.

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Zwei 99,5 Meter große Windkraftanlagen stehen seit 2017 und 2018 im südlichen Reusrath. Dem Bau der Windräder mit der vorgeschriebenen 100-Meter-Höhengrenze war eine jahrelange Diskussion vorangegangen, begleitet von lautem Protest einer Bürgerinitiative und bis heute anhaltenden Gerichtsklagen. Im Gegensatz dazu ist ganz in der Nähe jetzt heimlich ein drittes Windrad hinzugekommen. Auf dem Gelände des Gartenbaubetriebs „Reusrather Blumenhof“ ist es allerdings nur etwa halb so groß wie die beiden zuvor errichteten Anlagen. Und deshalb war das Vorhaben auch ohne politische Diskussion in den Ratsgremien genehmigt worden.

„Knapp unterhalb einer Gesamthöhe von 50 Meter handelt es sich um eine Kleinwindanlage“, sagte Planungsamtsleiter Stephan Anhalt auf Anfrage. „Die kann die Stadt auch so genehmigen.“ Aber hätte das Vorhaben in Anbetracht der in Langenfeld hitzigen Windkraftdebatte der vergangenen Jahre den Ratsfraktionen nicht wenigstens nachrichtlich mitgeteilt werden müssen? „Vielleicht hätten wir das angesichts des sensiblen Themas tatsächlich tun sollen“, räumte Anhalt ein. „Dass es nicht geschehen ist, war aber keine böse Absicht.“

Nur zur eigenen Nutzung

„Wir werden den erzeugten Strom komplett für unsere eigenen Zwecke verwenden und mit dem Überschuss über unsere Heizungsanlage die Gebäude erwärmen“, sagt Blumenhof-Inhaber Günther Zons. „Ins öffentliche Stromnetz werden wir nichts einspeisen.“ Die auf dem Firmengelände an der Rothenberger Straße stehende Windkraftanlage sei noch nicht in Betrieb. „Das wird aber in den nächsten Wochen geschehen.“

„Wir wollen doch alle, dass weniger fossile Ressourcen verbraucht werden“, betont Zons, der übrigens für die CDU dem Langenfelder Stadtrat angehört. Aus besagten Öko- und auch wirtschaftlichen Gründen habe er sich für eine eigene Windkraftanlage entschieden. Sie sei für seinen Gartenbaubetrieb sinnvoller als Photovoltaik. „Wenn die Sonne scheint, dann brauchen wir keine zusätzliche Wärme.“ Als so genannter privilegierter landwirtschaftlicher Betrieb hätte der Reusrather Blumenhof laut Zons sogar ein etwas höheres Windrad bauen dürfen. „Aber es reicht uns so.“ Den Anschaffungspreis mochte Zons nicht nennen. Er gehe davon aus, dass sich die Investition in wenigen Jahren für ihn rechnen wird.

Ein Artenschutzgutachten war auch für die Genehmigung des Windrads an der Rothenberger Straße fällig, sagt der Langenfelder Bauaufsichtsleiter Joachim Spiegel. Deshalb war 2013 die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann am Verfahren beteiligt.

>>> Infobox

In den Reusrather Feldern an der Rennstraße betreibt die Firma SL Naturenergie zwei (inklusive Rotorblatt) 99,5 Meter hohe Windkraftanlagen. Hersteller: Enercon, Typ E70.

Knapp 50 Meter hoch ist das Windrad des Reusrather Blumenhofs an der Rothenberger Straße.

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