Soziale Medien

Instagram fördert den Tourismus in Düsseldorf

Die Mosaik-Wand am Paul-Klee-Platz von der Künstlerin Sarah Morris  ist ein beliebtes Fotomotiv.

Die Mosaik-Wand am Paul-Klee-Platz von der Künstlerin Sarah Morris ist ein beliebtes Fotomotiv.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.   Düsseldorf Tourismus gibt Stadtführer mit Hotspots für gute Motive heraus. Auch Hotels profitieren von der Plattform Instagram.

Es sind Momentaufnahmen, die User in der App Instagram hochladen. Sie zeigen Ausschnitte aus dem Leben: Feiern, Freunde, Essen, die Heimat – und Urlaubsmotive. Der Tourismus mit samt seiner Hotels entdeckt die Plattform immer mehr für sich. Denn so werden die Leute auf die besonderen, die schönen Ecken – und Hotelbetriebe – aufmerksam.

So hat hier in der Stadt die Düsseldorf Tourismus ihren eigenen Instagram-Kanal „visit_duesseldorf“. Dem folgen ca. 7700 Abonnenten, Tendenz stark steigend. „Dort posten wir regelmäßig repräsentative und authentische Fotos der Destination Düsseldorf“, so Sprecher Thorsten Schaar. Über die Hashtags (# – Sammelfunktion für Internetbeiträge) erreiche man „natürlich zusätzliche User“. Darüberhinaus teilt die Seite besondere und herausragende Fotos von anderen Instagrammern. Das werde als Auszeichnung empfunden und sei authentisch und bereichere den Kanal, so Schaar.

Soziale Medien verändern die Reisebranche

Zudem beeinflussen und verändern die sozialen Medien die Reisebranche. „Wir beobachten ständig, was über Düsseldorf auf Instagram gepostet wird und beziehen das in unsere Überlegungen ein, z.B. für den neuen Print-Stadtführer“, erklärt Schaar. Dieser beinhaltet unter anderem Instagram-Spots, also schöne Orte an denen man in der NRW-Landeshauptstadt tolle Fotos für seine Seite machen kann. Bei der Recherche sei etwa herausgekommen, dass die Skulptur „Auseinandersetzung“ mit dem „Dicken“ und dem „Dünnen“ in der Altstadt ein sehr beliebtes Fotomotiv sei.

Weitere Hotspots sind unter anderem die Wand von Sarah Morris am K20, die Brücke am -Graben, die Mosaikwand an der Rheintreppe sowie der Paradiesstrand wegen seiner Perspektive auf die Stadt. Die wöchentliche Architektur-Führung, die es seit August gibt, wurde eigens nochmal darauf getestet, wie „instagrammable“ sie ist. „Instagrammable“ bedeutet, dass etwas gut auf der Plattform darstellbar ist. Auch bei dem neu eingeführten Urban Art Walk setzt man bei Düsseldorf Tourismus auf die User.

Städtetrips anhand von Instagram geplant

Dass sich Hotels (insbesondere die Boutique Hotels) und Restaurants auf Instagram immer besser präsentieren, hilft auch der Destination Düsseldorf. „Wir erschließen uns damit ein Publikum, dass seine Städtetrips längst anhand von Instagram plant und dann selbst dort seine Spuren hinterlässt“, so Schaar.

Schaar habe auch mal gehört, dass Hotels den Tipp bekommen haben, dass sie sich möglichst „instagrammable“ einrichten sollen. Darauf habe man bei der Einrichtung des „Me and all“-Hotels in Düsseldorf nicht zwangsläufig geachtet, so Sprecherin Catherine Bouchon. „Wir wollten auch so einen coolen Look.“

Bilder sollen Lust auf Hotels machen

Dennoch sei Instagram mittlerweile sehr wichtig geworden. „Die Bilder sollen Lust machen auf Hotels.“ Auch sogenannte Influencer melden sich mittlerweile bei dem Hotel, um Fotos machen zu dürfen. Dabei unterscheidet das Unternehmen zwischen Bloggern, die redaktionelle Inhalte erstellen, und Instagrammern.

Bouchon erklärt, dass sie eher mit Bloggern zusammenarbeiten, da diese mehr über Suchmaschinen gefunden werden. „Wenn jemand nur auf Instagram aktiv ist, ist es für uns zu wenig Gegenleistung“, so Bouchon. Ein paar Mal im Jahr kommt jedoch auch dort eine Zusammenarbeit zustande. Denn auch aus eigener Erfahrung weiß Bouchon wie nützlich die Plattform ist. „Als ich im Urlaub war habe ich auch Hotelbilder gepostet. Daraufhin wurde ich von einer Frau angeschrieben, die überlegt hatte dort ebenfalls Urlaub zu machen. Dadurch ist ein Austausch entstanden.“

Fotos gegen Bezahlung

Auch beim Steigenberger Parkhotel nutzt man seit einigen Monaten Instagram. Dort dient es vor allem dazu, Informationen zu vermitteln, was gerade im Hotel los ist, und als Imagekampagne, so Sprecherin Sabine Caso. Etwa drei Mal im Jahr soll es auch Kooperationen mit Instagrammern geben. Man sei sich aber bewusst, dass Steigenberger Parkhotel nicht unbedingt die Instagram-Zielgruppe bediene. Außerdem stellt Caso klar, dass Fotos nur gegen Bezahlung möglich sind. Auch um einen „Instagram-Tourismus“ zu vermeiden.

Auch das 25hours-Hotel in Düsseldorf erreichen täglich Anfragen für Kooperationen oder Fotoshootings. Der Stellenwert von Instagram sei nicht zu unterschätzen, so PR-Managerin Juliane Marquardt „Wir haben uns schon früh mit dieser Entwicklung auseinander gesetzt und stehen dem nach wie vor sehr offen gegenüber.“ Es freue sie, wenn Gäste ihre Eindrücke mit Familie, Freunden oder Followern teilen. „Indem die öffentlich geteilten Beiträge ebenfalls über unsere Plattformen und Kanäle verbreitet werden, profitiert auch 25hours von dem positiven Feedback der Gäste“, so Marquardt

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