Integrationspreis verliehen

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Der Lions Club Düsseldorf-Karlstadt und die Landeshauptstadt Düsseldorf haben gestern den Integrationspreis für herausragende Leistungen bei der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen vergeben. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche und Thomas Funcke, Präsident des Lions Clubs Düsseldorf-Karlstadt, nahmen gemeinsam im Rathaus die Preisverleihung vor. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 12 000 Euro wurde von der Flüchtlingsbeauftragten der Landeshauptstadt Düsseldorf, Miriam Koch, und dem Lions Club Düsseldorf-Karlstadt zur Verfügung gestellt.

„Für uns ist es wichtig, sich mit dem Thema Integration als eine der wichtigen Zukunftsaufgaben auseinanderzusetzen. Daher engagieren wir uns auch als ehrenamtliche Mentoren für jugendliche Flüchtlinge“, erläutert Thomas Funcke. „Für die Jury war es wichtig, dass die Projekte über den Aspekt der primären Soforthilfe hinausgehen und Potenziale und Ressourcen der Flüchtlinge stärken“, erklärt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. „Es wurde intensiv darüber diskutiert, von welchen Projekten die Flüchtlinge am meisten profitieren.“

Den ersten Preis in Höhe von 3000 Euro erhält das Junge Schauspielhaus für das Projekt „Garten Eden“. Die Choreographie dieses Theaterstückes wird mit Laienschauspielerinnen und -schauspielern einstudiert und aufgeführt. Es setzt den Gedanken des größtmöglichen Abbaus sprachlicher Barrieren mit unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen um. Die natürliche Mehrsprachigkeit der Flüchtlinge erfährt eine besondere Wertschätzung. Gemeinsame Aktionen, wie das Anlegen einer Hochbeetbepflanzung vor dem Jungen Schauspielhaus, runden das Projekt ab. Das Projekt lebt glaubwürdig die Willkommens- und Anerkennungskultur in Düsseldorf. Mit dem Preisgeld soll unter anderem der Aufbau des Café Eden gefördert werden, das im September eröffnet wurde.

Der zweite Preis wurde zweimal mit jeweils 2000 Euro vergeben. Das Projekt „Arrive and Join“ der Initiative zur Integration von Flüchtlings- und Migrantenkindern an Schulen wurde für sein überragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die „Arrive and Join-Gruppen“ führen Eltern und Kinder mit und ohne Migrationshintergrund zusammen. Durch das Projekt lernen neuzugewanderte Familien ihre Schule als Begegnungsort kennen und planen gemeinsame Aktivitäten. Außerdem wurde das Tanztheaterprojekt „Al ailatu Familie“ des Vereins Kabawil ebenfalls mit einem zweiten Preis ausgezeichnet. Durch den Einsatz von mehrsprachigen Juniortrainerinnen und -trainern bietet das Projekt sehr gute Möglichkeiten des begleiteten ehrenamtlichen Engagements. Es greift die Ideen und Impulse der beteiligten Flüchtlinge in seiner Inszenierung auf. Durch die Aufführung teilen die Flüchtlinge die „Reise ihres Lebens“, ihre Suche, ihre Träume und ihre Hoffnung auf eine sichere, menschenwürdige Existenz mit dem Publikum.

Auch der dritte Preis wurde mit jeweils 1000 Euro doppelt vergeben. Das Jugendzentrum Puls wurde für seine Arbeit mit lesbischen und schwulen Jugendlichen, die geflüchtet sind, prämiert. Das Thema wurde einerseits als Querschnittsthema in die Einrichtung aufgenommen, andererseits hat die Einrichtung auf die besonderen Bedürfnisse und Wünsche der Jugendlichen mit eigenen Angeboten reagiert. Die ehrenamtlichen Gruppenleiter der Einrichtung verfügen vielfach über einen Migrationshintergrund und vermitteln eine Anerkennungskultur. Für eine Schulung zur Jugendgruppenleitung konnten weitere Personen gewonnen werden. Außerdem wurde das Projekt „No border – refugees welcome“ des zakk ausgezeichnet. Das Projekt bringt geflüchtete Jugendliche mit der Düsseldorfer Jugendgruppe „Die Falken“ zusammen. Die gemeinsam gegründete „no border Band“ sowie ein Buch mit kritischen Texten über die Lebenswelt der Jugendlichen geben ihnen eine Stimme.

Mit einem Sonderpreis in Höhe von 3000 Euro prämierte die Jury das Projekt „Bunt geht’s rund“ des Sportvereins Borussia Düsseldorf. Der Verein hat sein Angebot bewusst für Flüchtlinge geöffnet und bietet in den Unterkünften die Möglichkeit, Tischtennis zu spielen. „Besonders beeindruckt hat die Jury die Reichweite des Projektes, von dem jährlich circa 2000 Flüchtlinge profitieren“, erläutert Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch die diesjährige Entscheidung der Jury, einen Sonderpreis zu vergeben.

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