Religion

Jüdische Kulturtage mit über 500 Angeboten

Das Opernhaus in Dortmund. Hier werden die Jüdischen Kulturtage eröffnet. Foto: Knut Vahlensieck

Das Opernhaus in Dortmund. Hier werden die Jüdischen Kulturtage eröffnet. Foto: Knut Vahlensieck

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Düsseldorf. Die Jüdischen Kulturtage: 1998 wurden sie auch von Paul Spiegel ins Leben gerufen. Vom 20. März bis zum 17. April gibt es in diesem Jahr über 500 Angebote. Erstmals werden auch jüdische Gemeinden in Westfalen mitmachen.

„Wir erleben ein Wunder.“ So kommentiert Herbert Rubinstein das dicke Programm der „Jüdischen Kulturtage“, das in der Heine-Buchhandlung in Düsseldorf präsentiert wurde. Zum vierten Mal werden vom 20. März bis zum 17. April Juden, Christen und religiös nicht Gebundene wieder aufeinander treffen und können sich am Reichtum der jüdischen Literatur, Kunst, Musik und Theater laben. „Begegnungen“- so das Motto.

2007 waren es noch 270 Angebote

Waren es 2007 noch 270 Angebote, so haben sie sich 2011 mit über 500 fast verdoppelt. Grund: Erstmals werden an den Kulturwochen auch jüdische Gemeinden in Westfalen teilnehmen, insgesamt 52 Städte. So nahm neben Kulturdezernent Hans Georg Lohe jetzt sein Kollege aus Dortmund, Jörg Stüdemann, Platz. Denn für den feierlichen Auftakt wählten die Organisatoren das Dortmunder Opernhaus aus. Es ist genau der Ort, an dem bis zur Pogromnacht eine der größten und architektonisch bedeutendsten Synagogen des Landes stand.

Ins Leben gerufen wurden diese Begegnungen 1998, zunächst auf den Großraum Düsseldorf beschränkt, vom damaligen Zentralrats-Vorsitzenden Paul Spiegel und dem einstigen Kulturdezernenten Hans Heinrich Grosse-Brockhoff. Sein Nachfolger Lohe ist stolz darauf, dass aus dieser spontanen Idee eine feste, nun landesweite Institution wurde. Während der 29 Tage soll gezeigt werden, wie stark christlich-deutsche und jüdische Kultur verbunden sind, wie sie sich gegenseitig beeinflussen und weiterbringen. An den Kosten von 1,2 Millionen Euro beteiligt sich, neben den Städten, auch das NRW-Kulturministerium.

Ein Fest der Gelassenheit

Von den 110.000 Juden, die bundesweit in 110 Gemeinden gemeldet sind, leben allein 29.500 in NRW, davon 7000 in Düsseldorf. Die Integration der russischen Einwanderer habe funktioniert, so Rubinstein. Auch sie prägen seit den späten 90er Jahren jüdische Kultur in unserer Stadt.

Unter den zahlreichen Events in Düsseldorf fallen diese ins Auge. Am 2. April wird im Tanzhaus NRW „Ein Fest der Gelassenheit“ gefeiert. „25 Stunden offline/ Schabbat“ - unter diesem Titel sollen ein Tag und eine Nacht lang die Besucher zur Ruhe kommen. Ziel ist die Muße, in der sich Kreativität frei entwickeln kann. Durch die Städtepartnerschaft mit Haifa werden ab 13. März israelische Künstler (aus dem Künstlerdorf Enhod) „Auf den Spuren jüdischer Zeichen“ wandeln und im Kulturbahnhof Eller zeigen, wie sich die junge Künstler-Generation auf Tradition beruft und zu jüdischen Zeichen zurückkehrt.

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