Königsallee

Düsseldorfs Grüne werben für Streusalz-Stopp auf Königsallee

Bei klirrender Kälte kennzeichnen (von links) Claudia Engelhardt, Norbert Czerwinski und Günther Bunte-Esders die gefährdeten Bäume auf der Königsallee.

Foto: Niklas Tröschel

Bei klirrender Kälte kennzeichnen (von links) Claudia Engelhardt, Norbert Czerwinski und Günther Bunte-Esders die gefährdeten Bäume auf der Königsallee.

Düsseldorf.   Rosskastanien auf der Düsseldorfer Königsallee reagieren sensibel auf Streusalz im Boden. Die Grünen werben für Alternativen zum Salz.

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Die Rosskastanien an der Königsallee machen aktuell eine schwere Zeit durch. Seit Jahren fällt in Düsseldorf ein Baum nach dem anderen der Bakterien-Infektion „Pseudomonas“ zum Opfer.

Im Winter ist die Lage nochmal deutlich prekärer. Denn die Kastanien reagieren sehr sensibel auf Streusalz im Boden. Dessen Verwendung ist seit Beginn des Jahres eine Ordnungswidrigkeit und kann mit 500 Euro Strafe geahndet werden. Doch viele Anlieger verwenden weiterhin Salz auf ihren Gehwegen und setzen so den Rosskastanien zu.

Granulat statt Salz

Die Düsseldorfer Grünen haben gestern mit einer Aktion auf der Kö darauf aufmerksam gemacht. „Euer Salz gibt mir den Rest“ prangt nun an den Bäumen östlich der Straße. „Nachdem der Bericht des Gartenamtes rauskam, hat mein Herz geblutet“, berichtete Norbert Czerwinski, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadrat: „Wir wollen Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und vor allem darauf hinweisen, dass es Alternativen zu Streusalz gibt.“ Gemeint sind sogenannte „abstumpfende Mittel“, wie etwa Granulat aus Ton oder Schotter.

Norbert Czerwinski ärgert sich über unbedachtes Streuen an der Kö: „Wie kann man so blöd sein, zu streuen und sich dann nachher wundern, dass es den Bäumen so schlecht geht?“ Auch Baumärkte seien laut dem Grünen keine große Hilfe: „Zur Winterzeit stehen direkt am Eingang die Salzsäcke, das ist natürlich wenig hilfreich.“

Umweltamt stellt keine Verstöße fest

Auf Anfrage teilte das für die Kontrollen zuständige Umweltamt der Stadt mit, dass am Donnerstagnachmittag die letzte Überprüfung stattgefunden habe. „Dabei wurde festgestellt, dass seitens der anliegenden Grundstückseigentümer bzw. Geschäftsinhaber erfreulicherweise in keinem einzigen Fall Streusalz verwendet wurde“, so das Umweltamt. Zurückzuführen sei das auf ein Infoschreiben, dass Ende Januar an die Anlieger verteilt wurde.

Langfristig blüht den Rosskastanien kein gutes Ende

Zur Zukunft der Rosskastanien will das Gartenamt mit einer abschließenden Bilanz bis zum Neuasutrieb der Bäume im Frühjahr warten. Knapp der Hälfte aller Kö-Kastanien geht es seit Herbst vergangenen Jahres trotz umfangreicher Hilfen schlechter als zuvor. Abgestorbene Bäume werden bereits durch Silberlinden ersetzt.

Die Grünen haben trotzdem angekündigt, so lange wie möglich für den Erhalt der Kastanien zu kämpfen. So seien vielleicht noch einige Bäume zu retten.

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