Gaslaternen

Kampf für Erhalt der Düsseldorfer Gaslaternen

Fan der Gaslaternen in Düsseldorf: Georg Schumacher vor zwei der echten Gaslaterne am Marktplatz vor dem Rathaus.

Fan der Gaslaternen in Düsseldorf: Georg Schumacher vor zwei der echten Gaslaterne am Marktplatz vor dem Rathaus.

Foto: Stephan Henn

Düsseldorf.   Gaslaternen-Fans in Düsseldorf wehren sich gegen die Abschaffung der historischen Straßenbeleuchtung. Auf einem Rundgang zeigten sie jetzt, warum.

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Seit Monaten sind Düsseldorfs Gaslaternen ein Zankapfel zwischen der Verwaltung und der Bürgerbewegung, die sie erhalten möchte. Die Stadt plant die rund 15.000 Gaslaternen gegen elektrisches Licht austauschen. Den Kompromissvorschlag von Oberbürgermeister Thomas Geisel, immerhin 4000 zu erhalten, lehnen die Bürger ab. Jetzt zeigte Georg Schumacher, eine Speerspitze der Bewegung, bei einem Rundgang durch die Altstadt, warum er den Abklatsch mit LED-Leuchten für einen Schandfleck hält.

Die modernen Lampen werden nur rund alle zehn Jahre gewartet, viele sind aber inzwischen schon verkommen, lange vor der nächsten Inspektion. Beispiele dafür kennt Schumacher genug, er präsentiert elektrische Lampen, deren Gläser zersprungen sind, von Vögeln beschissen oder mit Spinnweben durchzogen. „Gaslaternen werden einmal im Jahr gereinigt, gesäubert und gewartet, sie sehen nicht so schäbig aus wie diese Imitate.“ Doch gerade diese Wartungsarmut und die damit verbundene Kostenersparnis führt die Stadt als ein Argument für den Austausch an.

"Gaslaternen sind Alleinstellungsmerkmal für Düsseldorf"

Alle Gaslaternen zu ersetzen würde jedoch 150 Millionen Euro kosten, rechnet Schumacher vor. „Das kann sich Düsseldorf nicht leisten.“ Auch würden die Bürger zur Kasse gebeten, wenn in ihrer Straße eine Gaslaterne modernisiert wird.

Zudem empfindet Schumacher die verkommenen Elektro-Laternen als für die Landeshauptstadt unwürdig. „Der größte Ekelfaktor, das Fieseste, das ich kenne, ist die Lampe neben der Medici-Gedenktafel“, dabei ist die Stadt stolz darauf, einmal die Heimat einer Medici gewesen zu sein. Solch Ekellampen gebe es leider überall in der Stadt.

„Das Gaslaternennetz ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal für Düsseldorf.“ London habe nur noch wenige hundert solcher Laternen rund um den Buckingham Palace und Berlin das Ende seiner Gaslaternen schon beschlossen. Daher will die Bewegung das Gaslaternennetz als Weltkulturerbe anerkennen lassen. Vielleicht könne man die Laternen auch wie Chemnitz unter Denkmalschutz stellen.

Zwar freut sich Georg Schumacher, dass die Stadt gesprächsbereit ist, „aber es gibt noch keinen Frieden an der Front“, denn die Bürgerbewegung will alle 15.000 Gaslaternen rettet. „Es muss uns aber mindestens gelingen, diese Lampen flächendeckend zu erhalten, wo sie das Stadtbild prägen.“

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