Luxuswagen gestohlen

Keyless-Go-System überlistet: Bande stiehlt 20 Geländewagen

Mit Funkverstärkern wie diesen werden die schlüssellosen Schließsysteme von Fahrzeugen überlistet.

Mit Funkverstärkern wie diesen werden die schlüssellosen Schließsysteme von Fahrzeugen überlistet.

Foto: dpa

Düsseldorf.   Immer mehr hochwertige Geländewagen lassen sich über ein Funk-Schließsystem öffnen und starten. Autodiebe nutzen das aus.

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Eine Diebesbande in Düsseldorf soll komfortable Funk-Öffnungssysteme (Keyless-Go) ausgenutzt haben, um 20 Luxusautos im Wert von 1,5 Millionen Euro zu stehlen. Die fünfköpfige Bande wurde von den Ermittlern bereits Ende Dezember auf frischer Tat ertappt, wie die Polizei am Freitag in der Landeshauptstadt erklärte.

Bei der seit September 2018 andauernden Diebstahlserie sollen vier Männer und eine Frau aus Bulgarien «mit großem technischen Know-How» vorgegangen sein, hieß es. Die technische Ausrüstung für diese Art der Diebstähle koste zwischen 20.000 und 30.000 Euro, sagte Martina Sandfort von der Kriminalpolizei. „Das reicht dann auch nicht, wenn sie zwei Fahrzeuge klauen. Das rentiert sich nicht.“

Mit Keyless-Go können Fahrzeugbesitzer ihr Auto öffnen und starten, ohne den Schlüssel aus der Hosen- oder Handtasche nehmen zu müssen. Über Funkwellen erkennt ein Modul im Auto, wenn sich der Schlüssel nähert. Das sollen die mutmaßlichen Täter mit sogenannten Funkverstärkern vorgetäuscht haben und die Wagen so geöffnet haben. Dann seien sie davongefahren.

Eins der Autos wurde in Burkina Faso gefunden

Allerdings könnten die Diebe das Auto nicht erneut starten, wenn die Funkverbindung zum Autoschlüssel fehlt, hieß es am Freitag. Daher hätten sie die Wagen geparkt, das Keyless-Modul ausgebaut und per Post nach Bulgarien geschickt. Dort sei es nach bisherigen Erkenntnissen technisch manipuliert und zurückgesendet worden. Erst dann hätten die mutmaßlichen Täter die Luxuswagen ins Ausland zum Verkauf bringen können. Einer der Geländewagen sei in Burkina Faso, ein anderer in Spanien gefunden worden, sagte Sandfort.

Mitte Dezember konnte die Polizei ein kürzlich gestohlenes Auto auf einem Parkplatz orten. Statt den Wagen abzuschleppen, legten sich Ermittler auf die Lauer. „Es war klar: Der Täter kommt wieder“, sagte Sandfort. So kam es. Vier der Verdächtigen wurden vor Ort festgenommen, ein weiterer in einer Wohnung, in der auch Täter-Ausrüstung gefunden wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Bande 19 weitere Diebstähle beging, die nach ähnlichem Muster abliefen. Gegen sie wird wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls ermittelt. (dpa)

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