Weltspartag

Kinder von heute sind die Sparer von morgen

Lia

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Foto: Fugmann

Düsseldorf.   Draußen demonstriert die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald, während im Stadtsparkassenhauptgebäude Kinder zum Sparen animiert werden.

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Es ist Weltspartag, die ganze Woche schon hat die Stadtsparkasse deswegen den Kleinsten das Sparen näher gebracht. Auch die Düsseldorfer sparen gerne, wenn sie denn können, was eine Umfrage der NRZ ergibt.

Die Düsseldorfer Sparkasse hat den Weltspartag zu einer Weltsparwoche erweitert.

Lia malt ein riesiges Sparschwein an, mit bunten Farben, „bunt wie die Welt“, wie Privatkundenvorstand Michael Meyer an diesem Tag zu sagen pflegt. Der Satz ist vielfältig. Ähnlich bunt seien die Vorlieben im Anlagenverhalten, ähnlich unterschiedlich seien die Meinungen zu Investitionen in Aktien oder ein Darlehen für Rüstungskonzerne.

Aber zunächst von vorn: Die Düsseldorfer Sparkasse hat den Weltspartag zu einer Weltsparwoche erweitert. Jedes Kind, dass sein Sparschwein mitbrachte, bekam ein kleines Geschenk. Zudem gab es Kinderschminken, -führungen, ein Glücksrad und die Malaktion mit dem Sparschwein. „Sparen ist sinnvoll“, sagt Meyer und deswegen wolle man den Kindern mit „netten Aktionen“ das Sparen näher bringen. Einige kennen vielleicht die bunten Knax-Comics aus ihrer Kindheit, solche Aktionen binden und prägen.

Und sparen bleibt beliebt, trotz Niedrigzins von 0,01 bis 0,05 Prozent wollen die meisten gerne auf ihrem Konto sparen und keine Risiken eingehen. Privatkundenvorstand Meyer erklärt den Sparwillen folgendermaßen: „Die Menschen sparen ja nicht nur wegen der Zinsen, sondern weil sie Sparziele haben“, da habe sich nicht viel geändert. Generell gebe es keine pauschale Lösungen für die Kunden, die Welt sei eben bunt, und die Menschen bräuchten individuelle Lösungen.

Sparen bedeutet ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld.

Sparen bedeutet auch laut des Finanzexperten einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Ähnlich sehen das die Demonstranten vor der Tür, nur eben dass die Stadtsparkasse eben selbst nicht verantwortungsvoll mit Geld umgehe: „Die Stadtsparkasse hat 2015 mit anderen Banken einen 500-Millionen-Euro-Kredit für den großen deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall vergeben“, berichtet Barbara Happe von Urgewald vor der Tür und drückt dazu den Passanten kleine Origami-Panzer aus Geldscheinen in die Hand.

Auch das Geld der Kunden könnte durchaus in solche Unternehmen weitergeleitet werden. Die Rheinmetall-Rüstungssparte erwirtschaftet laut Infozettel von Urgewald 70 Prozent der Einnahmen außerhalb Europas. Da das Geld des Kredits in eine Wachstrumsstrategie investiert werden soll, fließe es in die Geschäfte mit Ländern wie der Türkei, Regionen des Mittleren Ostens, Nordafrika und Südostasien. Dort, wo „oftmals autoritäre Regime viel Geld für Rüstung ausgeben und Menschenrechte keine Rolle spielen“, heißt es weiter.

„Rheinmetall ist ein deutscher Arbeitgeber, zudem gibt es einen Schutzbedarf der Staaten, das kann ich nicht als unethisch sehen“, meint Meyer dazu. Und während Lia an dem bunten Sparschwein weiter malt, berichtet Meyer noch von nachhaltigen Anlagen, die die Stadtsparkasse eben auch im Angebot habe.

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