Flughafen

Kötter fordert bessere Konditionen am Düsseldorfer Flughafen

Seit Jahren gibt es Diskussionen um die Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen. Zum 1. Juni 2020 wird der Auftrag der Gepäck- und Fluggastkontrolle vom Bund neu ausgeschrieben.

Seit Jahren gibt es Diskussionen um die Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen. Zum 1. Juni 2020 wird der Auftrag der Gepäck- und Fluggastkontrolle vom Bund neu ausgeschrieben.

Foto: Maja Hitij / picture alliance / dpa

Düsseldorf.  Kötter fordert mehr Geld und bessere Bedingungen für die Fluggastkontrolle am Airport Düsseldorf. Kritik von Verdi weist das Unternehmen zurück.

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Die Firma Kötter stellt Forderungen an zukünftige Verträge für die Aufgabe der Luftsicherheitskontrolle. Die Vorwürfe der Gewerkschaft Verdi weist das Unternehmen erneut von sich und verweist auf veränderte Rahmenbedingungen. Ob sich Kötter wieder für die Vergabe am Düsseldorfer Flughafen bewirbt, bleibt offen.

Kötter habe sich bei der letzten Vertragsunterzeichnung 2015 verkalkuliert, kritisierte Verdi. Dem Widerspricht Kötter und begründete die Probleme am Flughafen mit veränderten Bedingungen. So hätten die Passagierzahlen weitaus stärker zugenommen, als es bei der Vertragsunterzeichnung vor vier Jahren ersichtlich war, erklärte Peter Lange, Geschäftsführender Direktor von Kötter Aviation Security. Auch kritisierte Verdi die Überlastung der Angestellten.

Kötter will Personal selber planen

Der hohe Krankenstand von 20 Prozent belege die harten Arbeitsbedingungen, so Verdi. Lange weist diese Vorwürfe von sich. „Der Beruf eines Luftsicherheitsassistenten ist einfach physisch und psychisch anstrengend. Wir haben aber alles mögliche unternommen, um die Bedingungen zu verbessern“, erklärte Lange. „Wir haben die Standzeiten reduziert, für bessere technische Ausrüstung gesorgt und mehr Pausen eingerichtet.“

Peter Lange widerspricht ebenso dem Vorwurf, man hätte zu wenig Personal bereit gestellt. „Wir haben das Personaldefizit auflösen können und damit die vergangenen zehn Ferienzeiten gut überstanden“, sagte Lange. „Es lässt sich in solchen Zeiten aber einfach nicht verhindern, dass es zu Warteschlangen kommt, auch wenn wir gut aufgestellt sind.“

Kötter: Problem liegt in Personalplanung

An Allerheiligen, als es erneut zu langen Wartezeiten an den Kontrollen kam, habe man genug Personal bereitgestellt. „Es ist nicht richtig, wenn behauptet wird, wir hätten Personal eingespart, nur um den Feiertagszuschlag von 100 Prozent zu sparen“, verteidigt sich Lange. Man sei an diesem Tag personalmäßig mit mehr als 99 Prozent anwesend gewesen.

Das Problem liege eher in der Personalplanung. Diese wird aber nicht von Kötter durchgeführt, sondern nach Fluggastprognosen von der Firma Airport Research Center. Deren Arbeit wolle er nicht kritisieren, versicherte Lange, dennoch schlägt er vor, dass der Dienstleister künftig auch die Planung selber übernehmen sollte. „Die Angaben der Fluglinien über die Passagierzahlen sind nicht immer verlässlich und oft ist das Verhalten der Passagiere nicht vorhersehbar. Gerade zu Messezeiten ändern viele ihre Reisepläne sehr kurzfristig“, erläuterte Lange. „Es wird sich grundsätzlich verrechnet. Gerade deswegen wollen wir die Planungen übernehmen, weil das Risiko dann in unserer eigenen Verantwortung liegt.“

Schutz vor finanziellem Risiko

Ob sich Kötter bei der nächsten Ausschreibung bewirbt, werde man prüfen, sobald die Rahmenbedingungen bekannt sind, so Lange weiter. „Im alten Vertrag gibt es keine Kündigungsoption. Es kann auch nicht nachverhandelt werden, wenn sich plötzlich das Passagieraufkommen ändert“, erläuterte Lange. „Daher fordern wir eine Öffnungsklausel für unternehmerisches Risiko, die das ermöglicht.“ Außerdem solle die Bundespolizei den Dienstleister künftig nach kontrollierten Personen bezahlen, nicht nach Kontrollstunden.

„Wenn ich kurzfristig, wegen einer hohen Passagierzahl weitere Mitarbeiter anfordern muss, bezahlt mir die Bundespolizei nur den im Vertrag festgelegten Stundensatz“, bemängelte Lange. „Wir müssen die Leute in so einem Fall durchgehend bezahlen, bekommen dafür aber keinen Cent.“ Kötter habe deswegen in den vergangenen zweieinhalb Jahren Verluste in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages eingefahren, berichtete Lange. „Wegen diesem finanziellen Risiko muss es möglich sein, nachzuverhandeln.“

„Was keinesfalls in den Vertrag darf, ist eine Ausschlussklausel“, betonte er. „Nach dieser trägt der Dienstleister das finanzielle Risiko im Falle veränderter Bedingungen im Manteltarifvertrag. Sollte dies im Vertrag stehen, werden wir uns nicht bewerben und der 31. Mai 2020 wäre dann der letzte Arbeitstag der Firma Kötter am Düsseldorfer Flughafen.“

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