Düsseldorf

Krankenhausbrand: Vier Menschen sind weiter in Lebensgefahr

Düsseldorf.  Ein 77-Jähriger starb am Montagabend bei dem Brand im Düsseldorfer Marien Hospital. Die Ursache des verheerenden Feuers ist noch unklar.

Am Tag nach dem verhängnisvollen Brand im Düsseldorfer Marien Hospital fahren Taxen auf den Parkplatz der Klinik, auf den beiden Bänken vor dem Haupteingang sitzen Patienten und rauchen. Ein TV-Team vom Privatfernsehen bittet eine Rollstuhlfahrerin, mit ihnen das Gelände zu verlassen – nur dort dürfen sie filmen.

In der Klinik sitzt Peter Schmitz, der Pressesprecher des Verbunds Katholischer Kliniken Düsseldorfs, dem Träger des Krankenhauses. Er sagt über jene vier Menschen, die am Dienstagnachmittag noch mit einer Rauchgasvergiftung in Lebensgefahr schwebten: „Sie sind auf dem Weg der Besserung, aber das ist eine verhaltene Info“. Für einen anderen Patienten kam zuvor jede Hilfe zu spät: Ein 77-Jähriger starb an einer Rauchgasvergiftung.

Die Ursache des Feuers war am Dienstag noch nicht geklärt. Hat jemand geraucht? Gab es einen technischen Defekt? Vor Ort gibt es die üblichen Spekulationen. Erst ein Sprecher der Feuerwehr bringt etwas mehr Licht in die Sache: Bei der Bekämpfung des Feuers in dem Patientenzimmer bereitete eine beschädigte Sauerstoffleitung den Einsatzkräften Probleme. Das Feuer wurde dadurch immer wieder neu entfacht.

Großer Medienrummel am Marienhospital in Düsseldorf

Im Notfall sind vor allem Patienten auf Hilfe angewiesen. Deshalb sind Brände in Kliniken naturgemäß von besonderem Interesse. So auch in Düsseldorf. Medienvertreter stellen Fragen, Angehörige wollen wissen, ob ihre Verwandten in den Zimmern noch sicher sind. Im Eingang der Notaufnahme ruft eine Frau einer Schwester entgegen: „Wissen Sie überhaupt, was hier gestern Abend los war?“

Eine Patientin aus Mettmann erzählt das, was sie im Krankenhaus erlebt hat, als das Feuer ausbrach, als die Spätschicht längst begonnen hatte: „Irgendwann kamen Schwestern in die Zimmer und schlossen alle Fenster. Die waren ganz leise und ruhig“, so die Frau, die auf einer Station lag, die nicht unmittelbar von dem Feuer betroffen war. Sie betont, dass die Schwestern alle sehr umsichtig und beruhigend gewirkt hätten. „Es gab keine Hektik, niemand ist gerannt. Das Personal des Marien Hospitals kann ich nur in höchsten Tönen loben.“

Feuerwehr Düsseldorf war mit Großaufgebot im Einsatz

Gegen 23 Uhr war die Feuerwehr am Montagabend zur Rochusstraße in Pempelfort alarmiert worden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war die gesamte Station bereits stark verraucht. Mit allen verfügbaren Feuerwehrleuten wurde sofort mit der Menschenrettung über den Treppenraum sowie von außen mit drei Drehleitern begonnen. So konnten innerhalb kürzester Zeit insgesamt 15 Menschen durch die Feuerwehr aus dem Gebäude gerettet werden.

Da der Brandrauch sich von der zweiten Etage auf die darüber liegenden Geschosse ausgebreitet hatte, mussten im weiteren Verlauf vom dritten bis einschließlich siebten Obergeschoss insgesamt 46 Patienten durch Mitarbeiter des Krankenhauses in Sicherheit gebracht werden.

Verletzte werden in andere Düsseldorfer Krankenhäuser gebracht

180 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Um alle Patienten versorgen zu können, wurde Unterstützung aus dem Rhein-Kreis-Neuss und dem Kreis Mettmann angefordert. Damit die übrigen Einsatzwachen in der Stadt nicht leer stehen und auch auf andere Notfälle bearbeitet werden können, mussten 137 Leute der Freiwilligen Feuerwehren Bereitschaftsdienst schieben. Die Ursache wird nun von einem Brandschutzexperten und dem Kriminalkommissariat 11 der Polizei Düsseldorf untersucht. Die Station ist geschlossen.

Zwei Schwerverletzte wurden mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Gelsenkirchen gebracht, zwei weitere lebensgefährliche verletzte Menschen wurden mit einem Rettungshubschrauber in eine Aachener Spezialklinik gebracht. Drei weitere Patienten erlitten schwere Verletzungen, weitere zwölf Menschen mussten mit leichten bis mittelschweren Verletzungen in Düsseldorfer Krankenhäuser transportiert werden.

Klinikpersonal des Marienhospitals behält die Ruhe

Von der Aufregung der vergangenen Nacht lässt sich das Klinikpersonal am Tag danach nicht aus der Ruhe bringen. Das Fenster des Zimmers, in dem das Feuer ausbrach, ist nur noch ein großes, schwarzes Loch. Ruß liegt auf der Außenmauer Richtung Himmel. Die Etagen Zwei bis Sieben waren betroffen. Innerhalb kürzester Zeit konnten insgesamt 15 Menschen durch die Feuerwehr aus dem Gebäude gerettet werden. Auf der betroffenen Station befanden sich zum Brandzeitpunkt 28 Patienten. Die Mitarbeiter haben weitere 46 Menschen in Sicherheit bringen können.

Ein weiteres Fenster ist zersplittert, auf der Terrasse unter dem Brandzimmer liegt verkohltes Metall. Zwei Schwestern staunen fassungslos: „Wir mussten heute morgen schon die fünfte Etage sauber machen, das ist eine Sauerei dort.“ Vier Stunden hat der Einsatz der Feuerwehr gedauert.

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