Krebs-Therapie hinter ganz dicken Mauern

Die Anlieferung eines 5-Tonnen schweren Linearbeschleunigers zur Strahlentherapi in das Marien-Hospital / Marienhospital in Düsseldorf am Dienstag den 30.07.2013. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Die Anlieferung eines 5-Tonnen schweren Linearbeschleunigers zur Strahlentherapi in das Marien-Hospital / Marienhospital in Düsseldorf am Dienstag den 30.07.2013. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Im Marienhospital ensteht für 16,5 Millionen Euro eine neue hochmoderne Strahlenklinik. Drei Linearbeschleuniger, Röntgengeräte der Spitzentechnik, wurden jezt angeliefert und werden eingebaut.

Die Tür zu diesem Raum ist 1,10 Meter breit und 25 Tonnen schwer, die Mauern rundherum sind bis zu 3,20 Meter dick. Es ist kein Tresor, es ist einer von drei Räumen für eine neue Strahlentherapie bei Krebs. Hier steht, noch umgeben von englischen Spezial-Technikern, ein Millionen Euro teures Gerät, das gerade im Marien-Hospital angeliefert wurde. Es ist Teil der neuen Strahlentherapie-Klinik mit einer Technik, die international ihresgleichen sucht und „weltweit in führenden Zentren eingesetzt wird“, betont Martin Meyer, Geschäftsführer im Marien-Hospital an der Rochusstraße 2.

Ein Kran hebt den runden, satte sechs Tonnen schweren „Linearbeschleuniger“ langsam vom Lastwagen und setzt ihn im Neubau nahe der Rochusstraße ab. Zwei Lkw-Ladungen mit 40 bis 50 Kisten gehören zu so einem Beschleuniger, von denen das Marien-Hospital nun drei in den Klinikanbau einbauen lässt.

Investition von 16,5 Millionen Euro

Fünf bis sechs Wochen dauert allein der Aufbau dieser komplizierten Medizintechnik. Ein „Linearbeschleuniger“ ist ein Gerät, das sich drehen kann und hochkonzentrierte Röntgenstrahlen erzeugt, erläutert Professor Karl Axel Hartmann, Chef der Strahlenklinik und ärztlicher Direktor des Hospitals. Mit dem Gerät, so Professor Hartmann, könne Tumorgewebe ganz gezielt und sehr genau, ohne Schädigung des umgebenden Gewebes, bestahlt werden. Hilfe bietet dabei die „bildgeführte Strahlentherapie“: Das Gewebe und der Tumor im Körper des Patienten können so im Bild dargestellt werden, das eine gezielte Bestrahlung des Tumorgewebes von allen Seiten möglich ist. Damit stelle sich die Klinik in die Reihe weltweit führende Zentren der Tumortherapie. Diese Technik, betont Hartmann, „arbeitet heute so sicher und präzise wie nie zuvor.“

Und sie ist teuer: Die drei großen „Linearbeschleuniger“ kosten fünf Millionen Euro zusammen. Das Marienhospital gehört zum Verbund katholischer Kliniken in Düsseldorf (VKKD), der in den Anbau für die neue Strahlen-Therapieklinik insgesamt 16,5 Millionen Euro investiert.

Ab Oktober in Betrieb

Wegen der intensiven Röntgenstrahlen müssen die drei Räume mit den Geräten stark abgeschirmt werden, deshalb umgeben sie dicke Mauern und schwere Türen. Die Eingangshalle und Warteräume für die Patienten sind allerdings sehr hell und freundlich gestaltet, versichert Architekt Wolfgang Greb, dessen Büro die Planung lieferte.

Die Strahlentherapie wird im Herbst in das neue Gebäude neben dem Marienhospital umziehen. „Ab Oktober oder November werden hier die ersten Patienten behandelt“, kündigt Geschäftsführer Meyer an.

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