Autobahn-Projekt

Kritik am achtspurigen Ausbau der A3 wächst in Düsseldorf

Die Autobahn 3 verläuft von Emmerich bis Passau quer durch Deutschland. Sie ist eine der meist befahrendsten Autobahnen Deutschlands. Zwischen Opladen und Oberhausen soll sie nun achtspurig ausgebaut werden.

Die Autobahn 3 verläuft von Emmerich bis Passau quer durch Deutschland. Sie ist eine der meist befahrendsten Autobahnen Deutschlands. Zwischen Opladen und Oberhausen soll sie nun achtspurig ausgebaut werden.

Foto: David Young

Düsseldorf/Kreis Mettmann.   Im Kreis Mettmann gibt es Gegenwehr, dort wird eine Bürgerinitiative gegründet. In Düsseldorf wissen einige Politiker von den Plänen noch nichts.

Im Kreis Mettmann formiert sich Widerstand, im Düsseldorfer Osten ist es noch ruhig – denn hier sind die Pläne noch gar nicht bekannt: Die Autobahn 3, die auch über Hubbelrather Gebiet in Düsseldorf läuft, soll achtspurig ausgebaut werden. Und das so schnell wie möglich. Darauf macht der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Hilden aufmerksam. „Nach den Vorstellungen des Bundesverkehrswegeplans 2030 soll die Autobahn A 3 zwischen Leverkusen-Opladen und Oberhausen in beiden Fahrtrichtungen von drei auf vier Spuren ausgebaut werden“, sagte die Hildener BUND-Sprecherin Claudia Roth.

Auch Rastanlage Ohligser Heide wird massiv ausgebaut

Der Bundesverkehrswegeplan mit den konkreten Planungen für den Ausbau wurde bereits 2016 verabschiedet. Neben dem Ausbau der A 3 kommt laut BUND-Sprecherin der „geplante massive Ausbau des Rastplatzes Ohligser Heide im Drei-Städte-Eck Solingen-Hilden-Langenfeld von heute 20 auf fast 100 LKW-Stellplätze“. Die Folgen seien drastisch, so Roth:

– Versiegelung von Naturschutz- und Naherholungsgebieten.

– Verlust von privaten Grundstücken und Wohneigentum durch Enteignungen.

– Mehr Lärm durch mehr Verkehr.

– Zunehmende Luft- und Gewässerbelastung durch Abgase und Straßenabwässer.

Politiker in Düsseldorf sind bei dem Thema ahnungslos

Diese Informationen kommen für die Politik in Düsseldorf offenbar überraschend. Karsten Kunert (SPD), Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 7 (Grafenberg, Gerresheim, Ludenberg, Knittkuhl, Hubbelrath) wollte sich am Montag auf NRZ-Anfrage nicht äußern: „Da muss ich mich erst erkundigen.“ Und auch Mario Matzerath, Vorsitzender der CDU in Hubbelrath, zeigte sich überrascht: „Das kann ich mir gar nicht vorstellen.“ Zumal die aktuellen Sanierungsarbeiten der A 3 zwischen Hildener Kreuz und Anschlussstelle Mettmann/Hubbelrath gerade erst abgeschlossen seien.

„Das ist super-gut“, findet FDP-Bezirksvertreter Willms-Heyng

Auch der FDP waren die Ausbau-Pläne nicht bekannt. Sönke Willms-Heyng, Sprecher der FDP in der Bezirksvertretung 7, freut sich aber: „Super gut“, seine erste Reaktion. „Die A 3 ist eine Stau-Autobahn, wenn man die durch den Ausbau ertüchtigen kann, ist das gut.“ Die FDP habe bereits im Landtagswahlkampf gefordert, Staus zu beseitigen. „Umwelt- und Lärmschutz-Aspekte müssen in die Planungen einbezogen werden“, so der FDP-Mann. „Aber das gibt das Planungsfeststellungsverfahren ja vor.“ Gegebenenfalls muss der vorhandene Lärmschutz in Hubbelrath noch verbessert werden. Willms-Heyng hob hervor, dass die FDP seit Jahren zusätzlich eine Anbindung des Düsseldorfer Osten an die A 44 durch den Bau einer neuen Anschlussstelle an der Knittkuhler Straße an der Stadtgrenze zu Ratingen fordert.

BUND warnt vor Verlust von Wohn- und Lebensqualität

Weniger gut findet der BUND Hilden findet den Ausbau: „Es droht eine massive Einschränkung der Wohn- und Lebensqualität. Kommt der Ausbau, werden Natur und Mensch gleichermaßen auf der Verliererseitestehen.“ Er meint: Drei Spuren und seit einigen Montane mögliche ein zeitweise freigegebener Standstreifen reichen vollkommen aus!“ Und: „LKW-Stellplätze sollen in Industriegebieten entstehen, aber nicht in Naherholungs- und Wohngebieten!“

Im Bundesverkehrswegeplan ist der Ausbau der A 3 auf acht Spuren vorrangig festgelegt. Die Planungen zwischen Opladen und Oberhausen werden dazu in kleine Abschnitte zerlegt. Für das Stück von Opladen bis Langenfeld laufen die Planungen bereits. „Für den Abschnitt zwischen Langenfeld und Hildener Kreuz werden die Planungen nun eingeleitet“, so Roth.

Schwierig werden die Planungen für das Stück zwischen Hildener Kreuz und Ratingen-Ost vorbei an Hubbelrath: Die topografische Situation ist wegen der Hügel, aber auch wegen der Neandertal-Brücke und weiterer Überführungen, schwierig. Auf welcher Seite der Autobahn-Ausbau erfolgen soll, ist noch offen. Denn neben der nahe liegenden zweiseitigen Variante (je eine Spur auf jeder Seite) ist laut BUND auch eine einseitige Variante (beide Spuren auf der Ost- oder der Westseite) in Prüfung. „Deswegen geben die Planer für das Stück zwischen Langenfeld und Hildener Kreuz einen Streifen von 40 Metern beiderseits der heutigen Autobahn als die Fläche an, die unmittelbar oder mittelbar für den Ausbau in Anspruch genommen werden könnte“, so Claudia Roth.

Am 25. April wird eine Bürgerinitiative gegründet

Das Ziel der Umwelt-Aktivisten in Hilden ist die Vernetzung von Bürgern, Gruppen und Initiativen aus Städten entlang der A 3. Und sie wollen die Gründung einer Bürgerinitiative, die sich aktiv und nach eigenen Aussagen auch kreativ gegen den Ausbau der A3 einsetzt. Eine Informations- und Gründungsveranstaltung gibt es am Donnerstag, 25. April, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Hilden (Bürgersaal, 4. Etage), Mittelstraße 40.

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