Kritik an bundesweiter Armutsstudie

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Wird das als wohlhabend bekannte Düsseldorf beim Thema Armut zur „neuen Problemregion“? Zumindest der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht das so. In seinem jüngsten bundesweiten Armutsbericht stellt er für die Großräume Düsseldorf und Köln fest: „In beiden Regionen ist seit 2006 ein ebenso bemerkenswerter wie kräftiger Anstieg der Armut zu beobachten, der in seiner Dynamik dem des Ruhrgebietes entspricht.“ Als Beleg nennt der Sozialverband die Entwicklung der Armutsquote. Tatsächlich stieg hier die Quote jener Menschen, die weniger als 60 Prozent des bundesweit ermittelten Durchschnittseinkommens (bei einem Single sind das 892 Euro) verdienen, zwischen 2006 und 2013 von 12,8 auf 16,8 Prozent.

„Diese Botschaft führt bezogen auf die Landeshauptstadt in die Irre. Wer die Daten genau liest, stellt fest, dass seit 2011 in keiner anderen deutschen Großstadt mit mehr 500 000 Einwohnern die Zahl der Menschen, die weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verdienen, stärker zurückgegangen ist als in Düsseldorf“, sagt Manfred Golschinski, im Rathaus für Daten und Statistiken verantwortlich. Diese Entwicklung ist im Report des Sozialverbandes selbst nachzulesen. Sowohl die Armutsquote (2011: 18,7 Prozent; 2013: 16,7 Prozent) als auch der Anteil der Düsseldorfer, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (u. a. „Hartz IV“) beziehen (2011: 13,6 Prozent; 2013: 13,1 Prozent) sind rückläufig.

Dass auch Quoten von rund 13 (Sozialhilfe) oder gut 16 Prozent (relative Armut) hohe Werte sind, bestreitet Sozialdezernent Burkhard Hintzsche nicht. „Natürlich gibt es in dieser Stadt Menschen, die mit knappsten Mitteln auskommen müssen. Armut ist ein Problem, dem wir uns stellen müssen“, sagt er.

Besonderen Handlungsbedarf gibt es in Düsseldorf unter anderem in Hassels, Lierenfeld, Oberbilk, Flingern-Süd, Reisholz/Holthausen und Rath. Die Stadt versucht hier Ressourcen wie Kita-Betreuung, Schulsozialarbeit und Sprachförderung zu konzentrieren. „Eine ,Ghettoisierung’ gibt es in Düsseldorf aber nicht“, meint der Sozialdezernent.

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