Kunst zum Anschauen

MARKT. Zahlreiche Kreative zeigten in der Hildener City ihre Arbeiten. Einige entstanden vor den Augen des Publikums, für Kinder gab es eine lebendige Leinwand.

HILDEN. Vorsichtig dreht Bernd Bannach den Hebel an seiner Schmiedeesse, platziert das Stahlrohr wie gewohnt in der Kohle. Wie versunken in seine Arbeit, formt er das nun glühende Metall mit einem Hammer. Er scheint nicht zu bemerken, wie es immer mehr Menschen zu seinem provisorischen Atelier zieht.

Kein Wunder. Schließlich wurden die Besucher des siebten Hildener Künstlermarktes am Wochenende Zeuge davon, wie innerhalb weniger Minuten Kunst entstehen kann.

Dabei ist Bernd Bannach einer von 100 Freischaffenden, die ihre Werke in den weißen Zelten zum Verkauf anboten, sich bei ihrem kreativen Tun über die Schulter schauen ließen und so die Innenstadt in eine imposante Open- Air- Galerie verwandelten.

"Die Resonanz ist bislang durchweg positiv. Allein das Wetter könnte besser sein", berichtete Veranstalter Volker Hillebrand vom Stadtmarketing am verregneten Samstag Nachmittag. Der Sonntag entschädigte dafür.

Wie wenig ihr das Wetter anhaben konnte, bewies Lidia Barbara Gordon vom "Haus Hildener Künstler", die die Besucher mit Seifenblasen begrüßte und mit einem kleinen Geschenk wieder gehen ließ.

"Wir wollen auf unsere Vereinsarbeit aufmerksam machen", erklärte ihre Kollegin Britta Neumerker, die sich in einen Maleranzug warf und für die Kinder als lebende Leinwand fungierte.

So schnappte sich Leon Kasper auch prompt die Fingerfarben und ließ seiner Kreativität freien Lauf. Zusammen mit seinen Eltern und zwei Geschwistern spazierte der Zehnjährige über die Kunstmeile.

Zielgerichteter und einer festen Route folgend bahnten sich Rosemarie und Peter Wills ihren Weg durch die Innenstadt. Warum der Künstlermarkt es ihnen angetan hat?

"Die Vielfalt ist so groß", so die beiden Kunst- Liebhaber. Und in der Tat deckten nicht nur die Werke aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Fotografie ein breites Spektrum ab; die kreativen Köpfe selber waren bunt gemischt. So beeindruckte die 16- jährige Meike Schneider als jüngste Teilnehmerin mit Portraits, Comics und Mangas.

"Ich möchte später selbst gerne mit der Kunst mein Geld verdienen", bekannte die jüngste Teilnehmerin. Dass sie aus 150 Bewerbern für den Künstlermarkt ausgewählt wurde, ist schon einmal ein gutes Zeichen. Denn, so Jurymitglied Gabriele C. Berndt, dorthin schaffen es kein Ramsch und keine Plagiate. Originelle Unikate müssen es schon sein.

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