Altstadt

Kaputtes Altstadtpflaster - Stadt leistet sich „Lachnummer"

Kaputte Pflastersteine bestimmen das Bild in der Düsseldorfer Altstadt. Hier ein Beispiel von der Mertensgasse.

Foto: Benno Seelhöfer

Kaputte Pflastersteine bestimmen das Bild in der Düsseldorfer Altstadt. Hier ein Beispiel von der Mertensgasse.

Düsseldorf.   Ratspolitiker wirft Stadt vor, beim Altstadtpflaster untätig gewesen zu sein. Ausmaß der Schäden hätte schon vor Jahren begrenzt werden können.

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Das Straßenpflaster in der Altstadt ist für extreme Belastungen nicht geeignet. Das hat die zuständige Dezernentin in der jüngsten Sitzung des Stadtrates bestätigt. Teile des Altstadtpflasters sollen deswegen in Zukunft ersetzt werden. An vielen Stellen sei das Pflaster nicht zu beanstanden, sagte Dezernentin Zuschke. An anderen Orten sei der Zustand desolat.

Es gibt zum Beispiel viele Beschwerden über abgebrochene Steine, kaputte Fugen und Stolperfallen. Die Stadt prüft jetzt Alternativen für besonders belastete Stellen. Das könnten zum Beispiel eine Asphaltschicht oder dickere Steine sein. Einen Flickenteppich soll es aber nicht geben, so Zuschke. Die Kosten sind noch unklar; das alte Pflaster hatte sechs Millionen Euro gekostet.

Verwaltung sah keine Probleme

Peter Ries, früher Mitglied des Ordnung- und Verkehrsausschusses, kritisiert die Aussage der Stadt als „Lachnummer“. Der 60-jährige Bezirkspolitiker aus Garath und Mitglied der Ratsfraktion Tierschutz/Freie Wähler hatte bereits 2013 einen Antrag im Ausschuss auf das Problem hingewiesen, dass er dutzende Stellen ausgemacht habe, an denen das neu verlegte Pflaster erhebliche Schäden aufwies und „schnellstens“ ausgebessert werden müsse. Zudem war Ries der Überzeugung, dass die Pflastersteine die Belastungen durch die Anlieferfahrzeuge nicht standhalten werde und sie schon deswegen völlig ungeeignet seien.

Damals lautete die ablehnende Begründung der Verwaltung, dass die für 5,7 Millionen Euro verlegte Pflasterfläche geeignet, intakt und in einem verkehrssicheren Zustand sei. Lediglich das Fugenbild sei an einigen Stellen etwas vertieft, wodurch die Steine jedoch nicht weiter beschädigt würden“.

Für Ries eine Aussage mit Schmunzel-Effekt: „Wer damals Augen im Kopf hatte, sah kaputte Pflastersteine und fehlende Fugenfüllungen auf rund 3000 Quadratmetern. Von einem ,leicht vertieften Fugenbild’ zu sprechen, wie es die Verwaltung behauptet wurde, war stark verharmlost. Und zu behaupten, dass die Steine dadurch nicht beschädigt würden, sehr gewagt.“ Denn kurz nach Beginn der Verlegung mit den Steinen musste an vielen Stellen nachgebessert werden. Unverständlich ist für ihn auch die Aussage der Verwaltung, dass für die Besucher der Altstadt trotz mangelhafter und teils fehlender Fugenfüllungen keine Gefahr bestehe, obwohl die Verwaltung selbst einige Monate vorher die Ausführung der Verlegungsarbeiten als fehlerhaft und schlampig bezeichnete.

Fünf Jahre hat das nun gedauert

„Fünf Jahre hat es nun gedauert, bis die Verwaltung erkannte, was ich längst wusste und ahnte. Nämlich, dass etwa 11 000 Quadratmeter schlecht verlegt wurde und nun gänzlich – für viel Geld der Steuerzahler – erneuert werden muss. Da beruhigt auch die etwas hilflose Aussage der Dezernentin nicht: „An vielen Stellen sei das Pflaster nicht zu beanstanden.“ Wäre man damals tätig geworden und hätte man Regressansprüche bei der Verlegungsfirma geltend gemacht, wäre das Thema Altstadtpflaster längst erledigt und würde keine zusätzlichen Steuergelder kosten, so Ries. „Denn so gut ist der Haushalt nicht aufgestellt, wie stets behauptet wird.“

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