Corona-Ausbreitung

Düsseldorf: Landesregierung startet eine Testreihe in Kitas

Die Test sollen in Düsseldorfer Kitas eingesetzt werden.

Die Test sollen in Düsseldorfer Kitas eingesetzt werden.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Düsseldorf.  Inwieweit tragen Kinder zur Verbreitung des Coronavirus bei? Dazu starten Familienministerium, Stadt Düsseldorf und Uniklinik eine Studie.

Ab 8. Juni wechselt Nordrhein-Westfalen bei der Kindertagesbetreuung von der bisherigen Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb. Das Familienministerium begleitet in Kooperation mit der Universitätsklinik Düsseldorf und der Stadt Düsseldorf den Schritt zur Rückkehr aller Kinder in die Kitas mit einer wissenschaftlichen Modellstudie im Fachgebiet der Virologie. Die Untersuchung ist in ihrem Forschungsauftrag und -umfang bundesweit einzigartig.

Zentrales Ziel der Studie ist es, zunächst „über einen Zeitraum von vier Wochen das Infektionsgeschehen in Betreuungsgruppen von Kindertageseinrichtungen regelmäßig zu untersuchen, um verlässliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob es in den Gruppen zu neu auftretenden Infektionsfällen kommt und dadurch Infektionsketten im Umfeld ausgelöst werden“, teilen Landesregierung und Stadt in einer gemeinsamer Pressemitteilung mit. Aus der Verfolgung der Infektionsketten könnten Hinweise darauf gewonnen werden, wie groß die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Coronavirus ist, heißt es weiter.

Stadtdirektor: Tests sind absolut freiwillig

„Die Erkenntnisse werden allen Beteiligten noch mehr Handlungssicherheit im Umgang mit der Pandemie geben“, sagt Familienstaatssekretär Andreas Bothe. Ziel sei es, „die Dynamik des Infektionsgeschehens noch besser zu verstehen“.

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche ergänzt: „Die Tests sind natürlich absolut freiwillig. Doch je mehr Familien und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kitas sich an der Studie beteiligen, desto besser können neue Erkenntnisse über das Virus getroffen werden.“ Die Testreihe wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Virologie des Universitätsklinikums Düsseldorf unter Leitung von Prof. Dr. Jörg Timm und dem Jugend- sowie Gesundheitsamt der Stadt durchgeführt.

40.000 Speichelproben im Test

Ab 10. Juni geben im Zuge der virologischen Modellstudie rund 5000 Kinder und Fachkräfte regelmäßig wöchentlich Speichelproben in ihrer Kita ab. Dafür wurden vorab alle Kindertageseinrichtungen in der Stadt Düsseldorf angeschrieben und gebeten, die Informationen an die Eltern der Kinder weiterzugeben, die derzeit ihre Kita besuchen können. Insgesamt sollen 40.000 Speichelproben untersucht werden. „Bislang gibt es wenige gesicherte Erkenntnisse, inwieweit Kinder mit Blick auf die Verbreitung des Coronavirus zum Infektionsgeschehen beitragen“, sagt Prof. Dr. Jörg Timm. „Deshalb sind wir froh, dass wir dieses Forschungsprojekt im Auftrag des Familienministeriums in Nordrhein-Westfalen und in Kooperation mit der Stadt Düsseldorf durchführen können.“

Das Familienministerium wird den Fokus zudem auf einen weiteren Bereich legen, der mit der Rückkehr in den eingeschränkten Regelbetrieb berührt ist: nämlich den bestmöglichen Gesundheits- und Arbeitsschutz der in der Kindertagespflege tätigen Erzieherinnen und Erziehern. Dazu ist eine systematische, arbeitsmedizinische Begleitung in Vorbereitung.

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