Ehrenamtler

Mehr Hilfe für freiwillige Helfer

So könnte die Ehrenamtskarte auch für Düsseldorf aussehen - vielleicht noch versehen mit dem Stadtwappen.

Foto: WR

So könnte die Ehrenamtskarte auch für Düsseldorf aussehen - vielleicht noch versehen mit dem Stadtwappen. Foto: WR

Düsseldorf.   OB-Kandidat Thomas Geisel will in Düsseldorf unter anderem die „Ehrenamtskarte“ einführen. Die gibt es bereits in 180 NRW-Städten, wurde für Düsseldorf aber von der CDU und FDP im Stadtrat abgeschmettert. Unterstpützung erhält Geisel von Vereinsvertretern.

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Peter Heinen ist beim Garather SV und bei den Schützen in Garath ehrenamtlich tätig. Eine Ehrenamtskarte „brächte sicherlich vielen etwas“, meint er. Auch Beate Loddenkötter vom Verein „Kleeblatt“, der unter anderem Demenzkranken hilft, meint, eine Ehrenamtskarte mit Vergünstigungen etwa bei Museumsbesuchen und bei Rheinbahnfahrten sei eine wichtige Hilfe für die Freiwilligen. „Die müssen ja die Bahnfahrt bezahlen, wenn sie jemand helfen“, sagt sie. Heinen und Loddenkötter unterstützen deshalb die Initiative von Thomas Geisel, dem OB-Kandidaten der SPD: Er will eine solche Karte, außerdem eine „Ehrenamtsakademie“ als Hilfe bei Organisation und Weiterbildung sowie im künftigen OB-Büro einen festen Ansprechpartner „für alle Belange des Ehrenamts“ einrichten.

Karte gibt’s bereits in 180 NRW-Städten

Die Ehrenamtskarte, die es in 180 Städten in NRW bereits gibt und die auch der Seniorenbeirat gefordert hatte, wurde allerdings von der CDU/FDP-Mehrheit im Stadtrat abgelehnt.

Rund 75 000 Düsseldorfer unterstützen in ihrer Freizeit Vereine und Einrichtungen der Stadt. „Ehrenamtliche Tätigkeit ist Identitätsstiftend. Soziales, Kultur, Sport in der Stadt sind vom Ehrenamt abhängig“, betont Geisel. Seine Idee, eine Akademie einzurichten für die Freiwilligen Helfer, findet bei den Aktiven Beifall: Da könnte beispielsweise ein Steuerberater für mehrere Vereine arbeiten, was die Kosten für alle senken würden, meint Jürgen Keusen, Vorsitzender vom Sportverein BV 04. Die „Akademie“ könnte auch übers Internet Experten für Seminare organisieren, die zur Weiterbildung etwa über die Arbeit mit Alten und Demenzkranken referieren, ergänzt Loddenkötter vom Verein „Kleeblatt“. Oder, so Jürgen Keusen, zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und zur Integration: „Denn wir holen ja die Kinder von der Straße weg.“.

Kosten für Düsseldorf jährlich 2,4 Millionen Euro

Die Kosten für seine Initiativen liegen laut Geisel „bei 0,1 Prozent des städtischen Etats, also rund 2,4 Millionen Euro jährlich. Die Stadt gibt damit den Ehrenamtlern etwas zurück als Anerkennung für das, was sie geleistet haben“, meint Geisel. „Wir dürfen das freiwillige Engagement nicht als selbstverständlich hinnehmen.“

„Es geht um Wertschätzung, darum, auch mal Dankeschön zu sagen“, hebt auch Ute Schreiber hervor, Ehrenamtliche bei der Arbeiterwohlfahrt in der Altstadt.

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