Übertragung

Metropol-Sender und Lokalradio für Düsseldorf in Planung

Auf der Anzeige eines Radios wird DAB+ dargestellt. DAB (Digital Audio Broadcasting) ist ein digitaler Übertragungsstandard für den terrestrischen Empfang von Digitalradio. Auch „Mehr!Radio“ hat eine Sendelizenz erhalten, aber noch keine Frequenz zugeteilt bekommen..

Auf der Anzeige eines Radios wird DAB+ dargestellt. DAB (Digital Audio Broadcasting) ist ein digitaler Übertragungsstandard für den terrestrischen Empfang von Digitalradio. Auch „Mehr!Radio“ hat eine Sendelizenz erhalten, aber noch keine Frequenz zugeteilt bekommen..

Foto: Jörg Carstensen

Düsseldorf.   „Mehr!Radio“ will auf dem neuen Übertragungsweg DAB+ ein Programm für den Großraum Düsseldorf senden, doch es hapert noch an der Frequenz.

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Seit Jahren gibt es die Pläne, nun werden sie konkreter: Für Düsseldorf soll es zusätzliche lokale Radios geben. Und gleichzeitig den Einstieg in die moderne digitale Radioübertragungstechnik für Nordrhein-Westfalen. So hat mit „Mehr!Radio“ in NRW das erste Radio eine Sendelizenz erhalten, das hauptsächlich auf den neuen digitalen DAB+-Standard setzt. „Wir sind angetreten, im Ballungsraum Düsseldorf ein neues, frisches Metropolen-Radio ins Leben zu rufen“, heißt es bei dem Sender. „ Jetzt, da es mit uns einen ersten regionalen Anbieter gibt, der aus NRW für Menschen in NRW digitales Radio macht, kann die Landesanstalt für Medien die ersten Frequenzen für DAB+ vergeben.“

Die Entwicklung des Hörfunks

Hier allerdings hakt es, so „Mehr! Radio“: Denn eigentlich wollte Gesellschafter Lutz Sonntag mit seiner Station längst auf Sendung sein und die Region rund um Düsseldorf mit einem neuen Sender bedienen. „Mehr!Radio“ hat dafür inzwischen eine Lizenz, aber keine Frequenz. Und das wird auch noch dauern, wie gestern (17. September) aus der im Hafen ansässigen Landesanstalt für Medien (LfM) zu hören ist. Während Lutz Sonntag vermutet, dass die LfM Frequenzen für Metropol-Radios bewusst verzögert, wird dort auf eine Informationsveranstaltung zur Zukunft des Hörfunks in Nordrhein-Westfalen am 25. September hingewiesen. Dort werden unter anderem Ergebnisse einer Studie zur Entwicklung des Hörfunks in Nordrhein-Westfalen vorgestellt, sowie die „ökonomischen und technischen Entwicklungen der verschiedenen Verbreitungswege für Radioangebote (UKW, DAB und Streaming) für die nächsten 5 bis 10 Jahre modelliert“.

„Hörfunk ist ein wichtiges Thema für den Medienstandort Nordrhein-Westfalen“, sagt LfM-Direktor Tobias Schmid. „Gemeinsam mit der Branche und der Politik arbeiten wir daran, eine attraktive Hörfunklandschaft in Nordrhein-Westfalen auch in den Regionen und lokalen Versorgungsräumen im digitalen Zeitalter zu ermöglichen.“ In seinem Haus wird betont, dass es in NRW weiter eine Medienvielfalt, aber auch eine Angebotsvielfalt geben muss.

Lutz Sonntag fehlt die Angebotsvielfalt

Doch genau diese Angebotsvielfalt fehlt für Lutz Sonntag. Er spricht gar von „Blockade-Politik“, um neue Sender vorerst nicht zuzulassen. Außer den öffentlich-rechtlichen WDR-Programmen und den privaten Lokalradios gibt es in NRW keine weiteren Sender. In anderen Bundesländern dagegen gibt es viele private Sender und auch schon viele Stationen, die auf DAB+ senden. Und erst Recht in anderen Staaten. „Die Rhein-Ruhr-Region mit ähnlich vielen Einwohnern könnte wie Greater London über 100 Sender haben“, sagte Lutz Sonntag der Fachzeitschrift „InfoDigital“. Er versteht nicht, warum es nicht längst losgehen kann mit seinem und anderen interessierten Sendern: „Konnte die LfM bei UKW noch anführen, dass es keine Frequenzen gebe, greift das Argument bei der neuen digitalen Übertragungstechnik DAB+ plus nicht.“ Und: „Jetzt ist Verzögerung die Taktik.“ Sonntag vermutet, dass die bestehenden Sender in NRW geschützt werden sollen.

Weitere Planung für „Radio Düsseldorf“

Neben dem Metropolen-Sender „Mehr!Radio“ ist seit Jahren ein reines Düsseldorfer Lokalradio in Planung. Es soll, wie Antenne Düsseldorf, über eine analoge Frequenz ausgestrahlt werden. Hier hakte das Projekt bisher an mangelnden UKW-Frequenzen. Die Pläne für den zweiten Lokalsender „Radio Düsseldorf“ werden aber weiter verfolgt.

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