Mobilität

Friedhofsmobil bringt Besucher zur letzten Ruhestätte

Auch auf dem Südfriedhof in Düsseldorf gibt es jetzt ein Friedhofsmobil.

Foto: Daniel Helbig

Auch auf dem Südfriedhof in Düsseldorf gibt es jetzt ein Friedhofsmobil. Foto: Daniel Helbig

Düsseldorf.   Auch auf dem Südfriedhof in Düsseldorf gibt es jetzt ein „Friedhofsmobil“, mit dem sich mobilitätseingeschränkte Besucher fahren lassen können.

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265 Hektar Stadtfläche decken alle Düsseldorfer Begräbnisstätten ab. Mit 47 Hektar Fläche ist der Südfriedhof der zweitgrößte Friedhof der Stadt. Ab sofort verfügt auch dieser über ein sogenanntes Friedhofsmobil, das ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen kostenlos und unkompliziert zur letzten Ruhestätte ihrer Angehörigen und Freunde bringen soll.

„Wir reagieren damit auch auf den demographischen Wandel der Gesellschaft,“ sagt Doris Törkel, Leiterin des Gartenamtes Düsseldorf. Nachdem zu Beginn des Jahres 2015 bereits ein Fahrdienst auf dem größten Friedhof der Stadt, dem Nordfriedhof, eingerichtet wurde, kann man sich nun auch auf dem Südfriedhof mit einem Elektro-Auto, das ein wenig an ein Golfkart erinnert, über die Wege des zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegten Friedhofs fahren lassen.

Die jährlichen Betriebskosten übernimmt die Stadt

Betrieben und in Stand gehalten wird das Gefährt der französischen Marke Goupil von der Zukunftswerkstatt Düsseldorf (ZWD), die ebenfalls für das Friedhofsmobil auf dem Nordfriedhof sorgt. Die laufenden Kosten für den Betrieb werden aus dem städtischen Haushalt finanziert und liegen bei 4815 Euro pro Jahr. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 24.000 Euro und wurden mit jeweils 10.000 Euro von der Bezirksvertretung 3 und der Stadtsparkasse Düsseldorf, sowie mit Geldern der „Bürgerstiftung“ finanziert. „Meine Mutter ist 88 Jahre alt und deshalb weiß ich, wie beschwerlich der Weg sein kann,“ sagt Karin-Brigitte Göbel von der Stadtsparkasse. Angeregt hatten die Anschaffung des ersten und nachfolgenden Fahrzeugs Mitglieder des Seniorenbeirats, nach dem sie in Neuss auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht wurden.

Das Mobil hat einen übergroßen „Fahrradkorb“

Bis zu drei Personen finden in dem Elektromobil, neben dem Fahrer, Platz. Außerdem können die Fahrgäste Pflanzen und Material für die Grabpflege in einer Art überdimensioniertem Fahrradkorb mitnehmen. Der Fahrbetrieb ist darüber hinaus an die, ebenfalls von der ZWD betriebenen, Fahrgastbetreuung der Rheinbahn angeschlossen. So ist es Senioren möglich, sich zuhause abholen zu lassen, um dann mit dem ÖPNV bis zum Friedhof zu gelangen. Dort werden sie von Mitarbeitern der ZWD in Empfang genommen und zur jeweiligen Grabstätte gebracht und auch wieder abgeholt. Das Angebot ist vom 1. Dezember bis zum 28. Januar von 9 bis 15 Uhr und vom 01. März bis 30. November von 9 bis 17 Uhr (außer an Feiertagen) kostenlos per Telefon buchbar. Das gilt auch für den Weg zu einer Beisetzung.

Das Friedhofsmobil, das jeden Abend geladen wird und mit einer Akkuladung durch den Tag kommt, schafft übrigens 40 Kilometer pro Stunde. Erlaubt sind auf Friedhöfen allerdings nur 15 Km/h. Dänni Russow, einer der Fahrer, freut sich trotz Geschwindigkeitsbegrenzung bereits auf den Einsatz: „Ich ziehe das neue Auto dem älteren Modell vom Nordfriedhof vor.“

Unter diesen Nummern kann man einen Termin mit dem Friedhofsmobil bzw. dem Begleitservice ausmachen: 0211/582 3456, 0211/582 34 57, 0160/48 51 504 und 0160/48 18 479.

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