Betrug

Mit geklauten Daten Waren bestellt: 100.000 Euro Schaden

Der Verdächtige soll sich die persönlichen Daten auf analogem und auf digitalem Wege beschafft haben.

Der Verdächtige soll sich die persönlichen Daten auf analogem und auf digitalem Wege beschafft haben.

Foto: Andreas Bartel

Düsseldorf/Essen.   22-Jähriger soll illegal Kontodaten und Adressen beschafft und mit denen Waren im Netz gekauft und weiter verkauft haben - in rund 200 Fällen.

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Ein 22-Jähriger, den die Polizei Düsseldorf nach einer Serie von Betrugsdelikten gesucht hatte, hat sich gestellt. Dazu habe auch der Druck der Öffentlichkeitsfahndung beigetragen, teilte die Behörde am Montag mit. Der Verdächtige sei am Sonntag auf der Wache in Bilk erschienen.

Der Verdächtige war aus einem guten Grund abgetaucht. Der gebürtige Essener, der zuletzt offiziell ohne festen Wohnsitz war, soll als mutmaßlicher Serienbetrüger für mehr als 200 Straftaten infrage kommen. Der Schaden liegt laut Polizei bei mindestens 100.000 Euro.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 22-Jährige bei großen Einzelhandelsunternehmen Adressen und Kontodaten abgeschöpft hat und damit illegal Ware, vor allem Unterhaltungselektronik, im Internet bestellt haben soll. Die Beute veräußerte er dann über diverse Verkaufsplattformen an ahnungslose „Kunden“ weiter.

Die Polizei geht davon aus, dass der Tatzeitraum zwischen Januar und November des vergangenen Jahres liegt. Nicht auszuschließen sei aber, dass dem 22-Jährigen auch davor oder danach noch Taten zur Last gelegt werden könnten. Die Opfer stammen laut Polizei aus ganz Nordrhein-Westfalen und größtenteils aus dem Raum Düsseldorf und dem Ruhrgebiet.

Komplizen gab es offenbar nicht

Der Verdächtige soll sich die persönlichen Daten auf analogem und auf digitalem Wege beschafft haben. Wie genau, verrät die Polizei aus Sorge vor möglichen kriminellen Nachahmern nicht. Allzu schwer war das Ausspähen aber wohl nicht. Nach dem jetzigen Stand der noch andauernden Ermittlungen soll der zuvor nicht polizeibekannte Mann allein gehandelt haben.

Der 22-Jährige hielt sich laut einer Mitteilung der Polizei „vermutlich in Essen und/oder benachbarten Städten im Ruhrgebiet, Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Gelsenkirchen, Bochum oder Dortmund“. Er könne aber auch ganz woanders sei, sagte ein Sprecher. Auch mit einem Foto suchte die Behörde nach Hinweisen auf den Verbleib des Verdächtigen. Gegen den Mann hatte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erwirkt.

Update 20.5.2019: Nachdem sich der Verdächtige gestellt hat, sind sein Foto und sein Name aus dem Bericht entfernt worden. Inzwischen sitzt der 22-Jährige in Untersuchungshaft.

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