Fracking im Kreis Mettmann

Mit hohem Druck und viel Chemie auf Ölsuche

Bergbau-Experte Hans Melmers schrieb das Risiko-Gutachten der Landesregierung NRW zum Fracking.

Bergbau-Experte Hans Melmers schrieb das Risiko-Gutachten der Landesregierung NRW zum Fracking.

Foto: Rolf Schmalzgrüber

Kreis Mettmann.   Die Ukraine/Krim-Krise spült ein Thema wieder nacjh oben, dass die Industrie vehement befürwortet, die Menschen aber zutiefst beunruhigt: Fracking. Einige konservative Politiker fordern, das Fracking nun zuzulassen; auch um niedrige Ernergiepreise zu bekommen. Der kreis Mettmann liegt im Claim, den sicjh die BASF-Tichter Wintershall gesichert hat.

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Wird Erkrath zum Öl- und Gasfördergebiet? Kommt nach dem Aufregerthema „CO-Pipeline“ der nächste Streit-Dauerbrenner: Fracking, das schmutzige Fördern von Energieträgern, bei dem ein Chemiecocktail unter hohem Druck in die Gesteinsschichten gepresst wird?

Die Aufregung ging gestern wellenartig durch SPD und Grüne im Kreis. Grundlage war der Aufmacherartikel in einer Tageszeitung, nach dem anschließend alle Beteiligten – das betroffene Unternehmen Wintershall, das NRW-Wirtschaftsministerium und der Regierungspräsident in Arnsberg als Bergbau-Genehmigungsbehörde versicherten: Eigentlich sei dort nichts Neues berichtet worden.

Dennoch bohrt die Lobby bei der nordrhein-westfälischen Landesregierung und der Politik (siehe auch unsere Berichte in der NRZ Wirtschaft). Industrie und seit neustem auch zahlreiche konservative Spitzenpolitiker fordern, das Fracking zuzulassen. Die BASF-Tochter Wintershall hat sich die „Konzession Ruhr“ gesichert, um im einem bestimmten Gebiet Öl- und Gasvorkommen per Fracking abbauen zu dürfen. Zu diesem Gebiet gehört auch der Kreis Mettmann, eine der bevölkerungsreichsten Gegenden Deutschlands und durchzogen von zahlreichen Wasserschutzzonen.

Noch bevor Wintershall erste Probebohrungen ansetzen konnte, einigten sich der NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) und der NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) auf ein Fracking-Moratorium. Wer immer nun in der Erde bohren möchte und dafür eine Genehmigung beantragt, muss verbindlich erklären, dort niemals das umstrittene Fracking einsetzen zu wollen.

„Aus diesem Grund liegen uns derzeit keine Anträge auf Probebohrungen vor – und ich erwarte in nächster Zeit auch keine“, sagte Andreas Nörten, Bergbau-Experte beim Regierungspräsidium in Arnsberg gestern der NRZ. Wintershall-Sprecher Stefan Leunig versicherte: „Wir befinden uns derzeit in einem offenen Dialog mit der Landesregierung.“ Zudem hat Wintershall das Thema Fracking in mehreren Stadträten und Kreistagen vorgetragen.

Nach Informationen der NRZ möchte das Unternehmen fünf Probebohrungen bis in eine Tiefe von 300 Metern vortreiben, um zu erkunden, ob sich im Boden ausbeutbare Öl- und Gasvorkommen in 1000 und mehr Metern Tiefe befinden. Dabei will man sich offenbar nicht den Regeln des NRW-Fracking-Moratoriums unterwerfen. Sprich: Sollten die Geologen Öl und Gas im Mettmanner Gestein vermuten, würde der Antrag zum Fracking-Abbau bald folgen.

Ob SPD-Landratskandidat Manfred Krick, Marc Göckeritz von den Erkrather Grünen, der Umweltausschuss im Kreistag, alle sagten gestern „Nein“ zum Fracking — oder haben dies bereits vor Monaten getan. Die Krim-Krise und die Kritik an Russland aber haben dem Thema neuen Schub gegeben.

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